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Die Borussia bleibt sich treu, selbst im Derby

Die Mannschaft wollte auf dem Punkt da sein, sie war sich der Wichtigkeit dieses Derbys bewusst. Am Ende bleibt viel Frust und Enttäuschung über eine weitestgehend leidenschaftslose Darbietung, und eine verdiente Niederlage. Die Borussia bleibt sich auch im neuen Jahr treu, und zeigt eindrucksvoll wie sie sich selbst K.O. schlägt. Auf die vielen Rätsel, u.a. der fehlenden Stabilität müssen Antworten her. Mannschaft und Trainer sind gefordert die Ziele der Rückrunde zu erreichen. Dieser Start ins neue Jahr sorgt für einen ordentlichen Dämpfer.

Abpfiff, ein starrer Blick auf den Bildschirm des Fernsehers. Das Geschehen war noch gar nicht verarbeitet worden. Simon Terodde, der im Sommer beinahe zur Borussia gewechselt war, sollte das Rheinderby entscheiden. Abgesehen davon hätte der Stürmer gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Ein Ellbogenschlag in das Gesicht des Gegners, sowie eine Grätsche von hinten, sollten mindestens eine gelbe Karte ergeben. Schiedsrichter Felix Zwayer entschied nicht nur in diesen Situationen zugunsten der Kölner, sondern auch als Jorge Meré den eingewechselten Jonas Hofmann im eigenen Strafraum umgrätschte. Experten nannten es nicht gleich beim Namen, aber es war eine klare Fehlentscheidung. Die angebliche Verbindung zum Wett-Skandal um Robert Hoyzer bringt die zusätzliche Note ins Spiel.

Individuelle Fehler zerstören alles Das soll nicht über das eher bescheidende, nein schon fast erbärmliche Auftreten der Mannschaft hinwegtäuschen. Das Derby wurde überhaupt nicht angenommen. Eine verunsicherte Kölner Verteidigung wusste sich gegen die tempoarmen Angriffsversuche zu wehren. Es entstand nie der Eindruck, dass die Mannschaft die Führung erzwingen, sondern schlicht die Kontrolle behalten wollte. Eine Kontrolle, die zunächst durch einen individuellen Fehler in sich zusammenbrach. Frederik Sörensen köpfte aus kurzer Distanz ein. Yann Sommer blieb wie verwurzelt auf der Linie stehen, und Jannik Vestergaard war mehr oder weniger der Begleitschutz. Dieser Rückstand änderte jedoch wenig, als wäre dieser gar nicht gefallen. Das Tempo blieb weitestgehend auf einem ähnlichen Niveau.

Raffael brachte durch seine Aktionen wieder mehr Schwung rein, und markierte aufgrund seines Engagement den Ausgleich. Danach entwickelte sich ein offenes Spiel, wo der Borussia erneut die Treffsicherheit vor dem Tor fehlte. Die Kölner wehrten sich mit allen Mitteln, die ein Tabellenletzter auffahren konnte, beispielsweise grobe Fouls. Es war Leidenschaft drin, die bei der Elf von Dieter Hecking kaum spürbar war. Der präsente Denis Zakaria und der aktive Raffael sollen bei dieser Kritik die Ausnahme bilden. Diese Eigenschaft sollte letzten Endes über das Ausgang des Spiels entscheiden. Ein leichtfertiger Hackentrick im gegnerischen Strafraum leitete das Gegentor ein. Eine ungehinderte Flanke, als auch Kopfball besiegelten die Niederlage, als wenn die Spieler schon mit ihren Gedanken in der Kabine gewesen wären.

Negativ-Trend stoppen, Europa erreichen

Diese Schwankungen, mit den immer wieder auftauchenden Fehlern sorgen für eine gewisse Unzufriedenheit bei den Fans. Drei Siege in Folge bedeuten genauso wenig wie eine Krise, weil die Mannschaft positiv und negativ zu überraschen weiß. In praktisch jeder Begegnung könnte es den Ausschlag in die andere Richtung geben – plötzlich, einfach so. Die klare Linie im Spiel der Borussia fehlt nach wie vor, eine wirkliche Entwicklung ist nicht zu erkennen. Seit dem Sieg über die Bayern, der eigentlich Auftrieb gegeben haben sollte, wurden nur noch einmal drei Punkte eingefahren. Niederlagen in Köln, Freiburg und Wolfsburg, dazu das Aus im DFB-Pokal. Mit dem Unentschieden gegen den FC Schalke stehen vier Punkte auf fünf Bundesliga-Partien zu Buche. Das dürfte nicht der Anspruch des Vereins sein. Der Negativ-Trend sollte unbedingt gestoppt werden, ein Heimsieg am kommenden Wochenende würde sehr helfen.

Schluss mit dem Relativieren! Jetzt muss die Mannschaft endlich Eier zeigen und stabil ihre Leistung bringen. Max Eberl hatte vor Beginn der Rückrunde ein klares Ziel ausgegeben: 25 Punkte sollen geholt werden. Es bleiben nun 16 Partien, um sich für das europäische Geschäft zu qualifizieren, denn nichts anderes haben die Worte des Sportdirektors bedeutet. Mit der Einstellung aus dem Derby würde das jedoch ein äußerst schweres Unterfangen werden. Das sollte auch Trainer Dieter Hecking wissen, der zwar immer wieder die richtigen Worte findet, aber die Mannschaft weniger im Griff zu haben scheint. Er selbst findet keine Antwort auf die Schwankungen, die ihm letzten Endes das Genick brechen könnten. Denn eines ist klar: wenn das Ziel Europa in Gefahr gerät, wird spätestens dann die T-Frage gestellt werden müssen. Eine Vertragsverlängerung darf in dieser unklaren Situation gar kein Thema sein.

Ein Kommentar

  1. Schweinchenmax

    Einfach erbärmlich – Tuchel würde den Schlappis Beine machen !
    Sollen aufhören mit kicken die verwöhnten Schnösel – Das Geld nicht wert !
    Vestergarth raus – Oxford zentral rein – Riesenverlust Christensen !
    Eberl pennt – Hecking aufs Altenteil ! Unglaublich sowas !

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