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Die Schwächen aufgezeigt bekommen

Die ersten vier Spiele der Saison konnte man allesamt für sich entscheiden. Die Hoffnung war daher groß, dass man beim Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg nachlegen wird. Nach 14 Jahren sollten wieder Punkte aus dem Breisgau mitgenommen werden. Mit einer insgesamt enttäuschenden Vorstellung der Fohlenelf wurden die eigenen Schwächen aufgezeigt. Eines wurde nach der 1:3-Niederlage in jedem Fall deutlich. Kein Gegner in der 1. Bundesliga ist zu unterschätzen. Bei jedem Spiel wird man sein Optimum geben müssen – auch wenn man in der Champions League spielt.

Der SC Freiburg stand mit den Anpfiff dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte. Die Achse aus Christoph Kramer, Tobias Strobl und Andreas Christensen fand keine Lücke, um die Offensivspieler einzusetzen. Relativ schnell bemerkte der Gegner, dass das Anlaufen auf den Ballführenden zu Fehlpässen führte. Bei Ballgewinn der Freiburger wurden Konter eingeleitet. Diese konnten in der Anfangsphase zunächst von der Dreierkette abgewehrt werden. Die größte Gefahr erzeugt ein Schuss außerhalb des Strafraums, der den Pfosten traf. Außerdem sorgte der ansonst so sichere Christensen für einen gefährlichen Ballverlust in der eigenen Hälfte. Die Führung des Sportclubs wurde im letzten Moment noch von Strobl verhindert.

Überraschende Führung

Die Breisgauer schienen das Spiel im Griff zu haben. Ibrahima Traoré konnte mit einem Dribbling mehrere Gegner auf sich ziehen. Ein Zuspiel an der rechten Strafraumkante nutzte Thorgan Hazard für sich. Er schlenzte den Ball von dort unhaltbar ins lange Eck. Die schmeichelhafte Führung sorgte für Verunsicherung bei den Breisgauern. Borussia konnte mehr Kontrolle über das Spiel gewinnen, aber kaum Gefahr erzeugen. Erwähnenswert: Ein vermeintliches Handspiel im Strafraum des Freiburgers Caglar Söyüncü verhinderte eine Torchance von Lars Stindl. Der Schiedsrichter ahnte das Vergehen nicht, der in seinem ersten Bundesligaspiel alles andere als souverän wirkte. Mit dem Halbzeitpfiff sorgte er erneut für Unruhe, der einen gefährlichen Freistoß der Fohlenelf verwährte.

Besserer Start der Freiburger

Der SC Freiburg veränderte zur zweiten Hälfte kaum etwas am eigenen Spiel. Die Fohlen blieben weiter bei ihrer nachlässigen Spielweise, sodass die Freiburger ihr Pressing wieder erhöhten. Die Freiburger rückten wie in der ersten Halbzeit mit zum Teil fünf Spielern in die Hälfte der Borussia. Erneut wurden die Fohlen zu Fehlpässen verleitet, die kaum Bewegung ins eigene Spiel brachten. Die Abwehrkette sollte wieder vor Problemen stehen. Die Strafe folgte prompt: Maximillian Philipp konnte den Platz in der 54. Minute den Platz für sich nutzen und sehenswert zum Ausgleich treffen.

Borussia mit fehlendem Einsatz

Danach änderte sich am Spielverlauf wenig. Der eigene Spielaufbau blieb wirkungslos. Das Mittelfeld um Kramer und Strobl bekam keinen Zugriff auf das Spiel. Die Freiburger zeigten mehr Einsatz und spielten ihr Pressing konsequent weiter. In der Phase war erschreckend wenig von der Borussia zu sehen, die von den Freiburgern in die eigene Hälfte gedrängt wurden. Bis in die Schlussphase des Spiels hinein erschien der Gegner hellwach. Borussia schien mit den Gedanken schon in der Champions League zu sein. Der erneute Treffer von Philipp war verdient und stellte die Schwäche des eigenen Mittelfelds zur Schau. Die Abwehr war absolut überfordert. Kramer musste mit einem ungenauen Pass auf Christensen die eklatante Vorstellung der eigenen Zentrale zur Schau stellen. Nils Petersen konnte den Ball abfangen und den Elfmeter gegen Yann Sommer herausholen und zum Endstand von 1:3 verwandeln.

100 Prozent – gegen jeden Gegner

Eine zugleich enttäuschende und erschreckende Vorstellung der Fohlenelf. In der Champions League kann man sich so nicht präsentieren. Das Aufbauspiel schien mit dem Pressing der Freiburger völlig überfordert gewesen zu sein. Es wurde keine spielerische Lösung gefunden das zu umspielen. Daran muss unbedingt gearbeitet werden. Andererseits war kaum Laufbereitschaft zu erkennen. Zweikämpfe wurden gar nicht angenommen. Man kam überhaupt nicht in das letzte Drittel – die Offensive hing völlig in der Luft. Man konnte gegen Bayer Leverkusen sehen, dass man gegen ein derartig hohes Pressing bestehen kann, aber dafür muss die Einstellung stimmen. Man muss in der 1. Bundesliga gegen jeden vollen Einsatz zeigen. Jetzt heißt es aufwachen und in Manchester eine Reaktion zeigen!

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