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Gegner in den Play-Offs: Young Boys Bern

Young Boys Bern war vor der Auslosung weitestgehend der Wunschgegner der Fans. Dennoch mahnen die Vereinsfunktionäre, dass die zwei Duelle keine leichte Aufgabe sein werden – zurecht. Erst durch eine Leistungssteigerung der Berner in der 2. Halbzeit der 3. Qualifikationsrunde der Champions League konnte Schachtar Donezk ins Elfmeterschießen zwingen und das Spiel gewinnen. Schon während des Uhrencups konnte man feststellen, dass Bern ein ernst zu nehmender Gegner ist. In vielerlei Hinsicht ähnelt die Vereinshistorie der Schweizer der Borussia. Ein Grund, um sich den kommenden Gegner mal genauer anzusehen.

Die Vereinshistorie
Der Verein wurde am 14. März 1998 als FC Young Boys gegründet. Die Gründe haben sich beim Vereinsnamen den Baseler Verein Old Boys zum Vorbild genommen. Die Vereinsfarben wurden auch übernommen, sodass die Young Boys aus Bern bis heute in Schwarz und Gelb spielen. Lange Zeit spielte der Verein im Wankdorfstadion, einem denkwürdigen Ort für den deutschen Fußball. Das Wunder von Bern bescherte dem DFB 1954 den ersten Weltmeistertitel gegen die Übermacht aus Ungarn. Heute steht dort das Stade de Suisse, das das zweitgrößte Stadion der Schweiz ist. Eine Besonderheit: darin wird auf Kunstrasen gespielt wird.

Young Boys Bern hat ähnlich wie die Borussia die größten Erfolge in der Vergangenheit gefeiert. Der letzte nationale Erfolg, als Schweizer-Cup-Sieger, liegt schon 29 Jahre zurück. Insgesamt konnte man elf mal die Meisterschaft gewinnen, außerdem sechs mal den Schweizer Cup. In der Saison 1958/59 erreichten die Young Boys das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister – auch hier liegen die glorreichen Zeiten weit zurück. Gegen deutsche Mannschaften schied man zumeist aus, einzig gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt konnte man 1959 in einem K.O.-Spiel gewinnen.

In den letzten Jahren hat sich der Traditionsverein aus Bern zu einer stabilen Größe hinter dem FC Basel entwickelt. Intelligente Transfers und eine ordentliche Jugendarbeit haben den sportlich-erfolgreichen Weg für den Verein geebnet. Hervorzuheben ist Seydou Doumbia, der im Sommer 2008 von Kashiwa Reysol aus Japan für 130.000 Euro verpflichtet wurde. Nach insgesamt 50 Toren innerhalb von zwei Jahren für Bern wurde er für 11 Mio. Euro zum ZSKA Moskau transferiert. Inzwischen stellt man u.a. mit Denis Zakaria, Mrialem Sulejmani und Guillaume Hoarau einen für Schweizer Verhältnisse breiten Kader.

Ein Blick auf die Schlüsselspieler
Schon vor Wochen hatte ich über Denis Zakaria geschrieben. Sein märchenhafter Aufstieg erinnert stark an Christoph Kramer vor der Weltmeisterschaft 2014. Erst vor einem Jahr spielte der junge Schweizer noch für Servette FC in der Challenge League. Nach seinem Wechsel zu den Young Boys aus Bern stieg er zur Stammkraft im defensiven Mittelfeld auf und gehörte auch aufgrund seiner Leistungen zum EM-Kader der Schweizer. Auch wenn er zu keinem Einsatz beim Turnier kam, so ist diese rasende Entwicklung für einen 19-jährigen bemerkenswert. Er zieht aus dem Zentrum heraus die Fäden der Offensive und ist somit im Mittelpunkt des Spiels der Berner.

Miralem Sulejmani, der serbische Flügelspieler in den Reihen der Berner, galt in der Vergangenheit als absoluter Ausnahmespieler. Für die Rekordablösesumme von 16,25 Mio. Euro wechselte er vom SC Heerenveen zu Ajax Amsterdam innerhalb der Eredivisie. Nach einem Wechsel nach Portugal zu Benfica Lissabon, wo er sich nach einem Jahr auch aufgrund von Verletzungen nicht durchsetzen konnte, ging er den Schritt in die Schweizer Super League. Schon beim Uhrencup konnte man seine Qualitäten sehen. Mit seiner engen Ballführung bringt er mit schnellen Dribblings die Abwehr bei Kontern in Bredouille. Mit seinem feinen Fuß kann er bei Standards glänzen – der Künstler bei den Schweizern.

Der französische Stürmer Guillaume Hoarau ist vor allem durch seine Zeit bei Paris Saint-Germain bekannt. Dort stieg er zum französischen Nationalspieler auf und kann insgesamt fünf Einsätze für die Équipe Tricolore vorweisen. Durch größere Investitionen bei Paris in Neuzugänge wie Ibrahimovic, Lavezzi und Gameiro musste sich Hoarau um einen neuen Arbeitgeber suchen. Nach einem Jahr in China, sowie einem halben Jahr bei Girondins Bordeaux wechselte er schließlich zu Young Boys Bern. In der Super League traf er insgesamt 35 mal in 50 Spielen für die Gelb-Schwarzen. Auch in der Europa League erzielt er regelmäßig Tore für Young Boys Bern. Der klassische Knipser.

Ein Schnellstart muss her
Am 16. August findet das Hinspiel in Bern statt. Acht Tage später, am 24. August, wird das Rückspiel im Borussia Park ausgetragen. Die Young Boys aus Bern werden schon ihren Rhythmus gefunden haben, während es für die Fohlen einen Kaltstart geben wird. Hier heißt es unbedingt von der ersten Minute an mit voller Konzentration auf dem Platz zu sein. Die Schweizer werden definitiv nicht unterschätzt. Die Wichtigkeit der beiden Play-Off-Spiele liegt klar auf der Hand. Die Spannung ist fast greifbar. Wie wird Borussia der Start in die neue Saison gelingen? Je nach Ausgang kann das Auswirkungen auf die darauf folgenden Spiele haben.

Was glaubt ihr? Wir Borussia sich durchsetzen können? Deutlich? Knapp? Ich bin gespannt.

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