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Medienkritik: schon nach vier Spielen?

Nach den ersten Partien muss man feststellen: der Saisonstart ist geglückt. Nach vier Siegen in vier Spielen in den Champions League Play-Offs, DFB-Pokal und Bundesliga sollte man wirklich zufrieden sein. Dennoch wurde speziell nach dem knappen Sieg im Pokalspiel gegen SV Drochtersen/Assel Kritik an der Rotation von Trainer André Schubert laut. Unverständlich, weil der Gegner diszipliniert verteidigt hat. Borussia war nicht der einzige Verein mit Mühen. In der ersten Runde hatte es nahezu jeder Bundesligist schwer. Nach diesem Wochenende wurde eine Stimmung erzeugt, die einem Angst und Bange machen sollte. Zu unrecht! Wie dann das Rückspiel gegen die Young Boys aus Bern bewiesen hat. Am Ende hieß es 6:1.

Die Leistung im DFB-Pokal war nicht überragend. Manch einer würde sagen: Ein Pferd spring nur so hoch wie es muss. Dennoch musste man in den Tagen nach dem Spiel von einer abgewendeten Mega-Blamage lesen. Julian Korb rettet mit seinen Siegtreffer die Borussia, der im Qualifikationsspiel zur Champions League nicht mal im Kader stand. Die Offensive konnte nicht glänzen, im Gegenzug war die Defensive kaum gefordert. Mit viel Ballbesitz hatte man den Gegner nicht zum Zug kommen lassen. Dennoch wurde der Auftritt gegen den Regionalligsten SV Drochtersen/Assel als schwach bezeichnet. Eine ähnliche Leistung im Rückspiel gegen die Young Boys aus Bern könnte den Einzug in die Gruppenphase der Champions League gefährden.

Kritik an André Schubert und der Rotation

Es ist aufgefallen. Bei Borussia Mönchengladbach sitzen inzwischen etliche Leistungsträger auch mal auf der Ersatzbank. Was vor der Saison noch als Rotation angekündigt wurde, wird an anderer Stelle als Kampf gegen den Kader-Koller genannt. Das Konzept soll schon im Pokalspiel schief gegangen sein. Schubert stellt jedoch in einem Interview klar, wie so häufig, dass er u.a. nach Form und Gegner aufstellt. Momentan ist kein Spieler unzufrieden, keiner möchte den Verein verlassen. Wenn man überkritisch reagiert, dann könnte man meinen, dass manch ein Spieler im Kader nicht zum Lückenfüller verkommen möchte. André Hahn, Fabian Johnson und Patrick Herrmann wurden speziell als möglich unzufriedene Spieler genannt.

Mo Dahoud und Jannik Vestergaard hinter den Erwartungen

Durch die Rotation sind momentan noch nicht alle Spieler zum Zug gekommen. Man kennt es von der letzten Saison. Thorgan Hazard erkämpft sich erst in der Rückrunde einen Stammplatz. Momentan rückt Jannik Vestergaard in den Fokus der Medien. Man ist überrascht, dass sich der Däne gegen die Konkurrenz im Kader nicht durchsetzen kann. Ähnlich wird über Mo Dahoud geschrieben, der bislang nur im Pokal in der Startelf stand. Seine Situation wird sogar als das Dahoud-Dilemma bezeichnet. Es wird eine Alliteration verwendet, um noch mehr Dramatik zu erzeugen.

Künstliche Weltuntergangsstimmung

Nach dem DFB-Pokal wurde eine Weltuntergangsstimmung erzeugt, die überhaupt keine Berechtigung hatte. Die frühzeitige Kritik an André Schubert und seiner Rotation war völlig überzogen. Nach den ersten vier Spielen kommt aus der Richtung gar kein Ton mehr. Da hat manch einer Medienvertreter definitiv falsch gelegen. Seit den Gerüchten zum Ende der Rückrunde entsteht sowieso der Eindruck, dass gezielt Unruhe in Bezug auf die Person André Schubert erzeugt wird. Intern soll es Unstimmigkeiten gegeben haben, Markus Weinzierl sei als neuer Trainer geplant gewesen. Trotz mehrerer Dementi wurden weiter Gerüchte gestreut, Woche für Woche.

Jetzt hat man den Luxus eines breiten Kaders und es wird schnell von unzufriedenen Spielern gesprochen. Die Rotation des Trainers scheint ein Mittel zu sein, dass vermeintliche Stammspieler auf die Ersatzbank verbannt werden. Das kann man so sehen, wenn man dieses Konzept kritisch hinterfragt. Der Plan ist aber, dass nicht wie in der letzten Saison ein Leistungseinbruch zum Ende der Hinrunde zu bemerken ist. Die Akkus waren schlicht und ergreifend leer. Auch in der vergangenen Saison hat man gesehen, dass jeder Spieler seine Einsätze bekommt. Woher kommt also auf einmal dieser Unmut?

Bei Jannik Vestergaard hat man mehr erwartet. Warum? Wahrscheinlich weil er eine Ablöse um die 10 Millionen Euro gekostet hat. Wenn man auf die Einsatzzeit in den bisherigen Spielen schaut, dann hat er knapp über 50% aller möglichen Minuten auf dem Platz verbracht. Wieso das als ein Startproblem gesehen wird, ist wirklich ein Rätsel. Sicher kann er sich noch steigern. Er hat sicherlich den Anspruch neben Andreas Christensen zu verteidigen. Die Saison ist noch lang genug. Mo Dahoud steckt in einer persönlichen Krise? Momentan macht es Tobias Strobl einfach besser, auch weil er in der Defensive wesentlich souveräner agiert. Auch für den deutschen U21-Nationalspieler werden Spiele kommen, wo seine Offensivstärken gefragt sind.

Die nächste Niederlage kommt

Die Fohlenelf könnte in den kommenden Spielen verlieren – ich wünsche es mir nicht. Dann wird wahrscheinlich wieder viel über eine schwache Borussia zu lesen sein dürfen. Kritik ist richtig und wichtig. In Panik zu verfallen und die Unruhe von außen mit ins Stadion zu tragen darf keine Option sein. In Gladbach ist man bisher souverän damit umgegangen. Man hat konzentriert gearbeitet und sich verbessert und mit überzeugenden Leistungen ddie Medien stumm geschaltet.

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