Gerüchteküche, Spielerbericht

Timothée Kolodziejczak: der gesuchte Xhakzl?

Mit dem verkündeten Karriereende von Alvaro Dominguez wurden Max Eberls Hausaufgaben zur Winterpause nicht weniger: ein Ersatz muss her. Spanische Medien bringen Timothée Kolodziejczak vom FC Sevilla mit der Borussia in Verbindung. Der Franzose hatte unlängst in einem Interview bekanntgegeben, im Winter in Richtung Bundesliga wechseln zu wollen. Das Profil des Innenverteidigers ähnelt sehr dem des invaliden Spaniers. Er soll ein Kampfschwein sein, demnach doch eher ein Stranguez als ein Xhakzl?

Timothée Kolodziejczak lernte in der Jugendakademie vom RC Lens das Fußballspielen. Fußballgrößen wie Raphael Varane, Serge Aurier oder auch Thorgan Hazard wurden in diesem Verein ausgebildet. Mit gerade einmal 16 Jahren wurde der französische Verteidiger an Olympique Lyon ausgeliehen, um ein Jahr später fest verpflichtet zu werden. In den ersten Spielzeiten gab es auch aufgrund seines Alters kein Vorbeikommen an den gestandenen Kräften in der Mannschaft. In den folgenden beiden Saison wurde der Kader verjüngt und talentierte Abwehrspieler verpflichtet, die eine deutlich bessere Reputation aufwiesen. Im letzten Jahr in Lyon überholte ihn der 18-jährige Samuel Umtiti. Danach war der Geduldsfaden des U19-Europameisters Kolodziejczkak gerissen und der Abschied im Sommer 2012 beschlossene Sache.

Neuanfang in Nizza

Er wechselte innerhalb der Ligue 1 zu OGC Nizza. An der Côte D’Azur avancierte der Franzose mit markantem Namen zu einer festen Größe in der Mannschaft. Unter Trainer Claude Puel bekam er das Vertrauen, der ihn schon von Olympique kannte. Er schenkte das Vertrauen mit überzeugenden Leistungen auf der linken Abwehrseite zurück. Er konnte sein Potenzial mit Spielpraxis abrufen. Das fehlerfreie Passspiel, sein Drang zum Tor und die faire Zweikampfführung in der Defensive ließen Clubs in ganz Europa auf ihn aufmerksam werden. Seine physische Präsenz und die Kopfballstärke waren vor allem bei Freistößen und Ecken eine Waffe: 4 Tore in zwei Jahren bei OGC Nizza. Bei all den Anfragen entschied er sich im Sommer 2014 in Richtung Spanien zum FC Sevilla zu wechseln.

Stabilisierung in Sevilla

Der FC Sevilla sollte jedem Borusse ein Begriff sein. Die giftige Spielweise ist bei vielen hängen geblieben. Bei den direkten Duellen in den letzten Jahren stand Kolodziejczak in insgesamt drei Partien auf dem Platz. Es ist kaum verwunderlich, der Innenverteidiger aus Frankreich kann man ohne weiteres als Kampfschwein bezeichnen. Unter Trainer Unai Emery konnte er sich auf dem höchsten Niveau beweisen. Die Saison 2015/16 war mit Abstand seine stärkste Spielzeit. In zwei Jahren gewann er auf seiner neuen Position des Innenverteidigers gleich zweifach den Titel der Europa League.

Unzufriedenheit macht sich breit

Mit dem Erfolg beim FC Sevilla wurden Begehrlichkeiten geweckt. Der Trainer des Erfolgs, Unai Emery, verließ den Verein in Richtung Paris Saint-Germain. Sein Nachfolger: Jorge Sampaoli setzte nicht mehr auf den Franzosen. Es schlichen sich Fehler bei ansonsten so souverän aufspielenden Kolodziejczak ein. Er verlor deshalb seinen Stammplatz und stand zeitweise nicht einmal mehr im Kader des Champions League Teilnehmers. In der Hierarchie der Innenverteidiger stand er nun hinter Adil Rami, Daniel Carrico und Nicolas Pareja. Die linke Abwehrseite beackerte der Ex- Schalker Sergio Escudero. Der Verteidiger machte seiner Unzufriedenheit Luft und kündigte einen möglichen Abschied im Winter an.

Ein Xhakzl, oder doch ein Stranguez?

In einem Interview von Anfang Dezember bestätigte Kolodziejczak konkrete Angebote von verschiedenen Vereinen, um den FC Sevilla im Winter zu verlassen. Nach Spanien und Frankreich wolle er eine neue Kultur mit einer anderen Sprache kennen lernen. Mögliche Ziele: Bundesliga oder Premier League. Es wäre überraschend wenn Max Eberl bei dieser interessanten Personalie noch kein Kontakt hergestellt hat. Ein kämpferische Innenverteidiger vom gefühlt ewigen Konkurrenten FC Sevilla, der eine auffallend ähnliche Vita wie Alvaro Dominguez aufzuweisen hat? Den muss man im Blick haben! Er liest sich dabei nicht unbedingt wie ein Xhakzl, eher wie ein Stranguez.

Ein Innenverteidiger im besten Alter, der es nie zum ganz großen Wurf geschafft hat, ist genau das was die Borussia gerade gebrauchen kann. Ein Regal höher werden die Ablösesummen schon deutlich höher angesetzt. Kolodziejczak ist in Luftduellen kaum zu schlagen. Seine körperliche Kraft hilft dem 1,85 m großen Franzosen sich durchzusetzen. Er hat eine zumeist faire Zweikampfführung, weil sein Positionsspiel und Timing bei Grätschen passt. Im Kombinationsspiel kann er sich auch beteiligen, weil er eigentlich ein gelernter Linksverteidiger ist. Sollte Dieter Hecking dem Franzosen das Vertrauen geben, wird er seine Sicherheit auf dem Platz wiederfinden.

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