Rund um das Fansein

Ultras schießen über das Ziel hinaus

Der Bundesligaspieler Georg Teigl wurde an diesem Wochenende von den eigenen Fans in einem Heimspiel persönlich angegriffen. Der Grund: Er hatte sich vor der Länderspielpause bei den Anhängern seines alten Vereins verabschiedet. Dabei ist die Verabschiedung nicht das Problem, sondern der Verein: RB Leipzig. Das Konzept wird vor allem von den Ultras sehr kritisch gesehen. Das scheint auszureichen, um die unbändige Treue zum Verein und seinen Spielern auszusetzen. In diesem Fall ist man weit über das Ziel hinausgeschossen. Hätte man nicht so nachtragend reagiert, wäre alles längst in Vergessenheit geraten.

Das Konzept hinter RB Leipzig darf weiterhin kritisiert werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Menschen zur Zielscheibe werden müssen, die mit dem Verein in Kontakt kommen. Wenn man konsequent gewesen wäre, hätte Teigl gar nicht erst zum FC Augsburg wechseln dürfen. Wieso möchte man ihm dann das Recht abnehmen sich zu verabschieden? Es erscheint wenig durchdacht. Er gehörte fünf Jahre der RB-Familie an und war an zwei Aufstiegen von Leipzig maßgeblich beteiligt. Natürlich entsteht eine emotionale Bindung, wenn man zwei Aufstiegsfeiern miterlebt hat.

Winterpause nutzen – Teigl abschieben!!!

Emotional überreagiert

Auch die Ultras vom FC Augsburg haben emotional reagiert, jedoch mindestens zwei Wochen zum nachdenken gehabt. Das Spruchband schoss über das Ziel hinaus. Sie haben vergessen, dass sie damit ihre eigenen Prinzipien verletzt haben. Die Ultras fordern die Treue zum Verein und seinen Spielern immer wieder ein. Nun ist die eigene Politik in den Vordergrund gerückt. Der Verein scheint nicht mehr an der ersten Stelle zu stehen. Jetzt springen andere an die Seite von Teigl und seinen Rücken zu stärken. Die Beschimpfungen über soziale Netzwerke waren nicht gerade gering.

Zusammenhalt präsentieren

Borussia Mönchengladbach durchlief in der Vergangenheit schwere Phasen. Die Wut und die Unzufriedenheit der Fans durften die Spieler manchmal spüren. Dennoch hat man sich im entscheidenden Moment zusammengerauft und eine Einheit gebildet. Ehemalige Spieler werden noch heute im Stadion begrüßt, selbst wenn sie für den Gast spielen. Schon beim Spiel gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokal wird man eine ähnliche Situation wie bei Teigl erleben. Granit Xhaka spielt inzwischen für Arsenal London in der Premier League und wird sich vor der Heimkulisse verabschieden. Einen Shitstorm wird es höchstwahrscheinlich nicht geben.

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