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Ist Dieter Hecking der geeignete Trainer?

Die sportliche Situation ist angespannt. Anscheinend denkt man bei Borussia schon über einen legitimen Nachfolger von André Schubert nach. Dieter Hecking scheint laut Medien als Top-Kandidat zu gelten. Dieser hatte seine Karriere als Spieler in Mönchengladbach begonnen und besitzt daher so etwas wie Stallgeruch. Er wäre die Lösung, die die gewisse Sicherheit mitbringt. Der Fußballlehrer kann Erfahrung und zwischenzeitlichen Erfolg bei seinen bisherigen Stationen aufweisen. Dennoch sollte man kein großes Wunder erwarten, wenn dieser die Nachfolge antritt.

Dieter Hecking kennt man vor allem durch seine jüngsten Erfolge beim VfL Wolfsburg. Der Pokalsieg, die Vize-Meisterschaft und der Einzug in die Champions League in der Saison 2014/15 haben beeindruckt. Dennoch hat der in Castrop-Rauxel geborene Fußballtrainer immer wieder bei seinen Trainerstationen angeeckt. Rücktritte und Entlassungen, auch mitten in der Saison, aufgrund persönlicher Gründe gab es immer wieder. Der SC Verl hatte ihn mitten in der Saison entlassen, bei Alemannia Aachen trat er nach drei Spieltagen zurück. Beim 1. FC Nürnberg deutete er frühzeitig an im Sommer wechseln zu wollen. Es stellt sich zumindest die Frage welchen Anteil Hecking an diesen Entscheidungen hatte.

Abhängiger Erfolg beim VfL Wolfsburg

Beim VfL Wolfsburg konnte er in der Saison 2014/15 seine Spielidee in Perfektion demonstrieren. Der wichtige Mosaikstein war Kevin de Bruyne, der den sogenannten Außenseiterfußball erfolgreich umzusetzen wusste. Das schnelle Umschaltspiel bei Ballgewinn wurde in der Art umgesetzt, dass die Vize-Meisterschaft gefeiert werden durfte. Wie sehr dieser Erfolg vom Belgier abhing, konnte man dann nach seinem Abschied mit dem Wechsel zu Manchester City erleben. In der folgenden Saison waren die Gegner nicht mehr bereit die Spielkontrolle zu übernehmen. Der Druck im eigenen Spielaufbau fehlte, auch weil man auf den entscheidenden Positionen falsch bzw. gar nicht investiert hatte.

Ein Führungsproblem?

Hecking hatte die Aufgabe ein System bei eigenem Ballbesitz zu entwickeln. Bis zu seiner Entlassung blieb er dem Nachweis einer neuen funktionierenden Spielidee schuldig. Der schnelle Erfolg könnte ihm zum Verhängnis geworden sein. Die spielerische Armut in dieser Saison deutet jedenfalls daraufhin. Trotz seiner fehlenden Flexibilität in der Spielentwicklung müssen auch auch die Personalentscheidungen hinterfragt werden. Der VfL Wolfsburg wurde von den Spielern nur als Durchgangsstation gesehen. Ohne Identifikation mit dem Verein wurden mitunter desaströse Leistungen abgeliefert. Es war keine Einheit mehr auf dem Platz zu erkennen. Eine Aufgabe, die für einen Trainer schwer zu lösen ist, wenn die Probleme tiefer liegen. Ist das ein Führungsproblem?

Der klassische Mittelstürmer

Sein favorisiertes System ist ein 4-2-3-1. Dazu gehört ein klassischer Mittelstürmer mit einem Spielgestalter in seinem Rücken. Vor der Abwehr werden zwei defensiv-ausgerichtete Mittelfeldspieler vor der Abwehrkette. Die offensiven Flügelspieler werden von den Außenverteidigern unterstützt. Wenn Hecking das Amt des Cheftrainers übernehmen sollte, dann wird sich das Spiel der Borussia im Vergleich zu den Vorgängern radikal verändern. Veränderungen am Kader und schwerwiegende Personalentscheidungen werden unvermeidbar sein. Vor allem die Position im Sturm wird zur Disposition stehen. Alleine auf Josip Drmic zu setzen wäre ziemlich riskant.

Das ist zu erwarten

Hecking bietet mit einer gewissen Sicherheit Erfolg. Er hat bei seinen bisherigen Stationen gezeigt, dass er mit dem richtigen Personal seine Spielidee auf den Platz bringen kann. Es fehlt ihm jedoch die notwendige Flexibilität auf die taktischen Anpassungen der Gegner eine effektive Lösung zu finden. Er ist den Nachweis schuldig erfolgreichen dominanten Fußball spielen zu lassen. Vielleicht wird er bei der Borussia die Chance dazu bekommen, oder er setzt auf seine gewohnten Qualitäten.

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