Borussia auf kommunikativen Umwegen

Roland Virkus ist seit beinahe einem Monat im Amt des Sportdirektors. Eine Bewertung seiner tatsächlich geleisteten Arbeit kann noch nicht vorgenommen werden. Das was Max Eberl über die vergangenen Jahre zurückgelassen hat wird der 55-jährige erst so richtig im Sommer angehen können. Dennoch muss sich der Nachfolger die Kritik gefallen lassen, der bisweilen einen unglücklichen Eindruck in der Außendarstellung macht.

Diese Saison hat die Borussia zwei 0:6-Niederlagen hinnehmen müssen, das Rheinderby wurde mit 1:4 verloren, beim Tabellensiebzehnten wurde zuletzt eine 2:0-Führung unerklärbar aus der Hand gegeben. Nebenbei rumorte es monatelang im Verein. Nach dem kläglichen Aus im DFB-Pokal verkündete Max Eberl wenige Tage später seinen Abschied. Denis Zakaria wechselte zum Ende des Transferfensters zu Juventus Turin. Alleine dieser Ausschnitt der vergangenen Monate sollte ausreichen um zu erkennen wie belastend die aktuelle sportliche Situation sein muss. Nicht zuletzt aufgrund des Hilferufs von Christoph Kramer wurde den Sorgen der Fans eine Stimme verliehen.

Mallorca-Metaphern und Kreisliga-Vibes

Es ist klar was Roland Virkus in seinen Interviews zum Ausdruck bringen, oder was er mit seinen Metaphern vom letzten Mallorca-Urlaub verdeutlichen möchte. Die Art und Weise wie er seine Antworten rüberbringt, obwohl er mit einfachen, journalistischen Fragen konfrontiert wurde, hinterlassen keinen souveränen Eindruck. Dabei sind die Rollen klar verteilt: Roland Virkus soll den öffentlichkeitswirksamen Part übernehmen, während Steffen Korell im Hintergrund weiterarbeiten möchte. Dieses Tandem hatte zuletzt mit Max Eberl hervorragend funktioniert. Es stellt sich zumindest die Frage was sich das Präsidium dabei gedacht hat einen Medienprofi gegen einen Unerfahrenen auszutauschen, der mit seinen Auftritten die Neunziger wiederaufleben lässt.

Die sportliche Situation ist alles andere als befriedigend, siehe die Auflistung im ersten Abschnitt. Dennoch vermittelt Roland Virkus nicht das Gefühl die Situation so einzuschätzen wie sie ist. Die Sorgen der Fans sind in den sozialen Netzwerken nachzuvollziehen, und sollten unbedingt ernstgenommen werden. Auch wenn von Vereinsseite immer wieder zu vernehmen ist, dass diese Rufe übergangen werden: es geht nicht darum den neuen Sportdirektor anzuzählen, ihn infrage zu stellen. Roland Virkus hat immer noch die Chance sich zu beweisen, aber eine katastrophale Außendarstellung kann auch mal als das bezeichnet werden was sie ist: definitiv verbesserungswürdig.

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