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Borussia sucht den Superstürmer

Max Eberl ist selten konkret in seinen Aussagen, er ist der eher diplomatische Mensch. Bei seinem Besuch bei „Wontorra – der Fußball-Talk“ auf Sky wurde jedoch schon früh vor Ende der Saison deutlich, und kündigte Veränderungen in der Offensive an. In den Planungen des Sportdirektors scheint ein Stürmer eine große Rolle zu spielen, der dann auch den verletzungsanfälligen Raffael ersetzt. Seither werden etliche Namen mit Borussia in Verbindung gebracht.

Ein kleiner Ausschnitt mit den prominentesten Namen:  Di Santo, Dolberg, Dost, Gregoritsch, Kramaric und Poulsen. Es werden auffallend viele Mittelstürmer der Marke „klassisch“gehandelt, was auch zur Idee des Sportdirektors passt. Er möchte den Kader ein Stück weit flexibler aufstellen, nicht nur auf ein 4-4-2 mit spielenden Stürmern beschränkt, um für den Gegner nicht mehr so leicht auszurechnen zu sein. Max Eberl folgt schon lange diesem Credo, er lässt sich ungerne in die Karten blicken und plant den Kader in aller Ruhe abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Welchen Stürmer könnte er also im Visier haben? Eine kurze Auflistung:

Die Talent-Lösung: Jann-Fiete Arp (Hamburger SV)

Der jüngste Torschütze des HSV ist nicht erst durch seine Auftritte in der Bundesliga in die Notizzettel vieler Clubs gelangt. Bei den A- und B-Junioren schoss er in den vergangenen Jahren insgesamt 46 Tore. Auch im Dress der deutschen U17-Nationalmannschaft bestätigt er seinen Torriecher mit 18 Treffern innerhalb von 19 Partien. Für diese Erfolge erhielt er für das Jahr 2017 zurecht die U17-Fritz-Walter-Medaille in Gold, wie auch schon Timo Werner, Leon Goretzka und Mario Götze. Es überrascht daher wenig, dass der FC Bayern München an einer Verpflichtung des talentierten Stürmers interessiert sein soll. Bei einem Abstieg der Hamburger soll eine Ablösesumme von 8 Millionen Euro fällig werden, was auch für die Borussia zu stemmen sein sollte. Arp passt aufgrund seiner Fähigkeiten in ein 4-4-2, und könnte Raffael bzw. Stindl zuverlässig ersetzen. Er ist in seiner Interpretation als Stürmer einem Mbappé ziemlich ähnlich, d.h.: er lebt von seiner Spielübersicht, Positionsspiel und Kombinationsfreude. Die einzigen beiden Mankos des 18-jährigen sind derzeit sein Kopfballspiel und sein schwächerer linker Fuß. Er bringt alle Voraussetzungen mit, um sich zu einem Top-Stürmer zu entwickeln. Ihm gehört die Zukunft, eventuell auch demnächst bei der Borussia?

Die typische Eberl-Lösung: Niclas Füllkrug (Hannover 96)

In dieser Saison erweist er sich als der erfolgreichste Torschütze bei Hannover 96, was so nicht zu erwarten war. Der 25-jährige wurde in der Jugendabteilung von Werder Bremen wurde ausgebildet, wo er seinen Torriecher bereits nachweisen konnte. Nachdem der Durchbruch in der Bundesliga nicht gelang, wechselte er zunächst per Leihe zu Greuther Fürth. Nach einer Saison in der 2. Bundesliga schloss er sich dann dem 1. FC Nürnberg an, für den er dann in aller Regelmäßigkeit traf. In der vergangenen Saison wechselte dann zum Bundesliga-Absteiger aus Hannover. Unter der Aufsicht von André Breitenreiter begann er härter an sich zu arbeiten, legte immer wieder Extra-Schichten ein, um seine Technik zu verbessern. Den Torriecher hatte er schon immer, jetzt verfügt er auch noch über eine ordentliche Ballverarbeitung. Dadurch fällt es ihm leichter am Spielgeschehen teilzunehmen, er wird quasi zu einem Hybriden. Füllkrug passt ins Beuteschema von Max Eberl: kein Nationalspieler, noch bezahlbar, mit Entwicklungspotenzial. Der Sportdirektor der Borussia wird sich garantiert mit ihm beschäftigen, denn angeblich soll er schon für eine Ablöse um die 8 Millionen Euro zu haben sein.

Die riskante Lösung: Robert Beric (AS St. Etienne)

Robert Beric ist ein Knipser, das lässt sich aus seinen Leistungsdaten der vergangenen Jahre ablesen. Für Maribor, Sturm Graz, Rapid Wien und St. Etienne netzte er insgesamt 103 Mal, umgerechnet bedeutet das eine Quote von 15 Toren pro Saison. Die Borussia soll bereits im Sommer 2015 am slowenischen Stürmer dran gewesen sein, zog jedoch den Kürzeren gegenüber St. Etienne. In Frankreich schien er zunächst auch glücklich zu werden, dann warf ihn jedoch ein Kreuzbandriss zurück – das Saisonaus! Nach seiner Genesung fand er nach Trainerwechseln kaum mehr Beachtung, bzw. erlebte ein verlorenes halbes in Belgien, beim RSC Anderlecht. Im Jahr 2018 scheint er mit einem neuen Trainer bei St. Etienne zu seiner Bestform zurückgefunden zu haben: 7 Treffer innerhalb von 12 Partien in der Ligue 1 – das spricht für sich. Dennoch, der Slowene ist derzeit nicht ganz unumstritten, und das könnte die Chance für die Borussia sein. Max Eberl ist bekannt dafür langfristig Kontakte zu pflegen, selbst wenn ein Transfer nicht gelingen sollte. Einen derartigen treffsicheren, kräftigen, ja klassischen Mittelstürmer sollte die Borussia im Auge haben. Sofern er fit bleibt, wäre er sicher eine Überlegung wert.

 

 

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