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Ein Motivationsproblem zum Schluss

Die Niederlage beim Hamburger SV hatte auf den Ausgang der Saison keinen entscheidenden Einfluss mehr. Dennoch schwingt das Gefühl mit, dass zum Abschluss etwas verpasst wurde. Die Borussia hätte den deutlichen Beweis antreten können, dass diese Saison hätte anders verlaufen können. Die oft geforderte Siegermentalität schien jedoch zu fehlen, sodass die Niederlage verdient war. Im Sommer wird auch dies aufgearbeitet werden müssen.

Die Fohlenelf wirkte schon früh verunsichert. Mit dem aggressiven Anlaufen der Hamburger, und dem temporeichen Offensivspiel konnte die Elf vom Niederrhein zu keiner Zeit souverän umgehen. Auch eine Systemumstellung in der ersten Hälfte änderte an diesem Umstand nichts. Torchancen der Borussia hatten einen Seltenheitswert, hervorzuheben ist eigentlich nur das Tor von Josip Drmic. Der HSV wusste dagegen spielerisch zu überzeugen, selbst als der Abstieg unvermeidbar war, und Bobby Wood vom Platz gestellt wurde. Wie kann erklärt werden, dass die Hanseaten unter solchen Bedingungen mehr aus dem Spiel herausholten? Dieter Hecking jedenfalls deutete nach dem Spiel ein „Motivationsproblem“ an, und begründete seine Annahme mit den verlautbarten Zwischenständen im Stadion. Auch Christoph Kramer sprach im Interview davon, dass bei ihm aber der 60. Minute die Luft raus war. Die Hamburger schienen sich dagegen vom Ergebnis aus Wolfsburg nicht beeinflussen zu lassen.

Die Art und Weise stimmt nicht

Die Erklärungen für das schlechte Abschneiden in entscheidenden Momenten nehmen kein Ende. Nach Verletzungssorgen, fehlendem Spielglück und mangelnder Durchschlagskraft, reiht sich nun auch ein Motivationsproblem ein. Hinzukommen einzelne Aussetzer, wie in Dortmund und München, wo die taktischen Vorgaben nicht eingehalten wurden. Das ist in der Summe einfach zu viel, um mit dem Abschneiden in dieser Saison zufrieden sein zu dürfen, auch wenn das Saisonziel denkbar knapp verpasst wurde. Die Art und Weise wie sich die  Borussia über die Saison hinweg präsentiert hat, das hatte wenig mit der Philosophie der Fohlenelf zu tun. Nach einer Führung zog sich die Mannschaft zurück, im Umschalt- und Aufbauspiel wurde das Tempo gedrosselt. Den Analysen von Trainer und Sportdirektor zufolge wird sich alles bessern, wenn der Kader über einen längeren Zeitraum nahezu vollständig zur Verfügung steht. In Hamburg wurde jedoch demonstriert, dass die Probleme weitaus tiefer liegen müssen.

Der Auftrag für Max Eberl ist längst klar: er muss im Sommer den Kader an den entscheidenden Positionen verstärken, und Mentalitätsmonster finden. Das bedeutet auch, dass der ein oder andere wird gehen müssen. Die Frage ist nur was Dieter Hecking unternimmt? Die Art und Weise wie die Mannschaft in dieser Saison aufgetreten ist, war selten zufriedenstellend. Die Borussia muss sich im Ballbesitz und im Abwehrverhalten deutlich steigern. Hoffentlich wird seine Vision noch alle überraschen. Denn es ist furchtbar einfach attraktiv zu spielen, und ein ordentliches Ergebnis abzuliefern. Der Hamburger SV hat es mit Christian Titz auf der Bank, in Angesicht des Abstiegs eindrucksvoll vorgeführt.

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