Gerüchteküche, Spielerbericht

Konrad Laimer: Fohlen anstatt Bulle?

Schon im letzten Sommer kursierte der Name eines talentierten Österreichers durch diverse Foren. Sein Name: Konrad Laimer, aktuell bei RB Salzburg aktiv. Um die Feiertage des letzten Jahres wurden die Gerüchte erneut angeheizt. Er soll einen Besuch in Leipzig abgestattet haben, um sich das Vereinsgelände anzuschauen. Die Rheinische Post will nun erfahren haben, dass Borussia ein konkretes Interesse am gebürtigen Salzburger hat. Es wäre ein wahrer Coup, wenn Max Eberl dazwischenfunken könnte. Red Bull würde einen Musterschüler verlieren.

Konrad Laimer ist insofern ein Musterschüler, da er der erste Profispieler ist, der praktisch die gesamte Nachwuchsabteilung von Salzburg durchschritten hat. Als 10-jähriger wechselte er in die frisch gegründete Akademie. Vater und Großvater unterstützten ihn in seiner frühen Kindheit wo sie nur konnten – schon mit 3 Jahren war er kaum vom Ball zu trennen. Er war in Salzburg auf das Fußballspielen fokussiert, die Kritik am Konstrukt Red Bull ließ Laimer ziemlich kalt. Er genoss die hervorragende Ausbildung und Schule. Heute ist er ein gefragtes Talent in Europa.

Ausbildung nach der RB-Philosophie

Der junge Österreicher lernte von Kindesbeinen an die RB-Philosophie kennen. Das intensive Angriffspressing und organisierte Gegenpressing liegt ihm im Blut. Diese Spielweise verkörpert Laimer perfekt, sticht immer wieder aus der Grundordnung heraus, um den Ballführenden zu attackieren. Durch seine hohe Spielintelligenz erkennt er die Passwege des Gegners und stellt diese zu. In Zusammenarbeit mit seinen Mitspielern schafft er Überzahlsituationen, um dann seine Zweikampfstärke in direkten Duellen auszuspielen. Zumeist wird der Ball erfolgreich erobert und er leitet gefährliche Konter ein.

In Ballbesitz ist er der strategische Ballverteiler, der mit Kurzpässen und Dribblings auffällt. Er löst die Situationen spielerisch im Doppelpass oder mit Körpertäuschungen bzw. Drehungen. Er weiß wie er die Dynamik eines Angriffs aufrechterhalten muss und unterstützt die Angreifer, indem er sich als Anspielstation anbietet. Ein klassischer Box-to-Box-Spieler, der aufgrund seines Alters noch viel Potenzial nach oben birgt. Im Offensivspiel soll er sich noch verbessern müssen. Dennoch, die RB-Schule hat ganze Arbeit geleistet.

Der frühe Durchbruch

Mit 17 Jahren debütiert er in der Österreichischen Bundesliga, ein Jahr später entwickelt er sich zum Stammspieler, um in der aktuellen Saison zur unentbehrlichen Führungspersönlichkeit aufzusteigen. Immerhin nennt er Steven Gerrard als sein Vorbild, die lebende Legende vom FC Liverpool. Daher kommt es nicht unerwartet, dass Laimer „Aufgeben“ aus seinem Vokabular gestrichen hat. Er kämpft bis zum Umfallen, läuft an die 12 Kilometer in jedem Spiel und reißt seine Mitspieler mit. In seinen Augen kann man nur gemeinsam erfolgreich sein. Gelebte Tugenden, die für einen so jungen Spieler beeindruckend sind.

Aktuell spielt er seine stärkste Saison in Österreich, auch weil er täglich hart an sich arbeitet. Er möchte das Optimum aus sich herauskitzeln, um sich vielleicht irgendwann mit den Besten dieser Welt messen zu können. Sein Ehrgeiz schadet ihm nicht, er lässt die Leistungen auf dem Platz für sich sprechen. Ein Abschied aus Österreich erscheint demnach vorprogrammiert. Spätestens im Sommer müsste der nächste Schritt in seinem Karriereplan anstehen. Die Frage ist letzten Endes, ob Laimer der RB-Philosophie treu bleiben möchte oder außerhalb von diesem Universum die besseren Möglichkeiten für seine Entwicklung sieht.

Max Eberl muss Überzeugungsarbeit leisten

In jedem Fall braucht der talentierte Österreicher Spielpraxis. Borussia Mönchengladbach könnte sie ihm bieten, vor allem dann wenn Dahoud im Sommer wechseln sollte. Laimer könnte der perfekte Ersatz sein – er wirkt wie eine defensivere Variante des Deutsch-Syrers, der in der aktuellen Saison seiner Form hinterherrennt. Max Eberl und die Scouting-Abteilung um Steffen Korell werden den Spieler schon länger auf dem Schirm haben. Es wäre schon merkwürdig, wenn er auf dem Kernmarkt Österreich den Beobachtern entgangen wäre. Borussia Mönchengladbach ist mit Sicherheit eine interessante Station, jedoch wird auch RB Leipzig ein Wörtchen mitzureden haben. Man wird Laimer von der Philosophie der Fohlenelf überzeugen müssen, günstig würde der Transfer auch nicht werden.

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