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Regeln sind zu hinterfragen, aber nicht Lars Stindl!

Beim Auswärtsspiel in Ingolstadt erzielte Lars Stindl ein kurioses und glückliches Tor. Das Hand-Tor erhitzte nicht nur die Gemüter der Schanzer auf dem Platz, sondern sorgte für reichlich Diskussionen auf den Rängen und vor dem Fernseher. Borussia-Kapitän Lars Stindl wurde viel vorgeworfen, obwohl die DFB-Regeln auf den Prüfstand gestellt werden sollten.

Es entbehrt jeder Grundlage dem Borussen irgendeine Absicht zu unterstellen. Stindl konnte bei der Geschwindigkeit des Balls gar nicht so schnell reagieren! Wer jetzt von einer unnatürlichen Handbewegung spricht, der muss Stindl einen übermenschlichen Geniestreich unterstellen. Mit geschlossenen Augen den Ball erst mit der Brust so abzulenken, dass er an die Hand geht und in Richtung Tor fliegt ist wahrlich eine Meisterleistung. Zudem sollte die Geschwindigkeit des Balls im Hinterkopf bleiben. Solche Kräfte könnten natürlich erklären wie Stindl die überragenden Leistungen der letzten Wochen auf den Platz bringen konnte.

Experten erklären eindeutig

Während des Spiels meldete sich der Schiedsrichter-Podcast „Collinas Erben“ bei Twitter: „Wenn der Ball von einem anderen Körperteil an die Hand springt, liegt keine Absicht und somit keine Strafbarkeit vor“, und beruft sich damit auf Anweisungen durch den DFB. Auch Sky-Experte Peter Gagelmann bestätigte diese Einschätzung per Live-Schalte. Natürlich ist diese Regel zu hinterfragen, aber sie besteht eben in dieser Form. Die Aufregung um das Hand-Tor ist berechtigt, jedoch sollte die Kritik die aufgestellten Regeln durch den DFB treffen und nicht Lars Stindl.

Stindl hatte sich beim Jubel deutlich zurückgehalten und auch nach dem Spiel deutlich gemacht, dass es keine Absicht gewesen war den Ball mit der Hand ins Tor zu schlagen. Kritiker erheben den Finger und verweisen auf das letzte Heimspiel gegen RB Leipzig, wo ein vermeintliches Tor des Kapitäns der Borussia zurückgepfiffen wurde. Der Torjubel blieb ohnehin aus, weil es offensichtlich war, dass er den Ball mit der Hand ins Tor gespielt hatte. Die anschließende gelbe Karte wurde auch ohne Lamentieren akzeptiert. Es wird ein wenig viel Wirbel um nichts gemacht.

Fakten bei einer Diskussion?

Nach dem Auswärtssieg konnte es bei einer größeren Zeitung mit vier Buchstaben nachgelesen werden: „Hand-Tor! Schiri schenkt Gladbach den Sieg“. Auch bei Sky90 wurde nach Abschluss der Sonntagspartien der Bundesliga über das Handspiel diskutiert. Wenn ein offensichtlich unabsichtliches und (dummerweise) regelkonformes Handspiel mit einer bewussten Schwalbe verglichen wird, ist das ungefähre Niveau dieser Sendung zu erahnen. Es hätte wirklich nicht geschadet mit Fakten zu arbeiten, anstatt für eine Aufklärung des Ganzen zu sorgen.

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