Trainerdiskussion löst kein Kaderproblem

Borussia verliert mit 0:3 in Frankfurt. Dieses Ergebnis spiegelt jedoch nicht die erbrachte Leistung wider. Die Mannschaft konnte sich wieder einmal nicht belohnen und verstrickt sich immer tiefer in den Abstiegskampf.

In Frankfurt wäre mehr drin gewesen, doch am Ende steht 0:3. Zu Beginn hat Borussia mehr vom Spiel und erarbeitet sich durch Takai und Ullrich einige Torchancen, die jedoch entweder harmlos sind oder unsauber zu Ende gespielt werden. Wenig später können die Frankfurter ihren Angriff über ihre rechte Seite ungestört ausspielen, um gleich zur Führung zu treffen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gladbacher mit 63 Prozent Ballbesitz die klar spielbestimmende Mannschaft. Auch nach dem Rückstand kam es zu weiteren Abschlussversuchen. Dazu verloren die Gäste den Ball wesentlich schneller durch das hohe Anlaufen der Gladbacher. Dennoch trafen wieder die Frankfurter und bauten ihre Führung mit einem Traumtor weiter aus.

Nach der Halbzeitpause wurde Machino für Sander eingewechselt, vermutlich, um die Offensivbemühungen zu intensivieren. Tabakovic hatte auch gleich nach dem Wiederanpfiff eine gute Kopfballchance, doch der Ball konnte zur Ecke pariert werden. Nach einer Stunde hatte Borussia bereits 13 Torschüssen abgegeben, war dabei aber nicht wirklich gefährlich geworden. Immer wieder fehlten die zündenden Ideen oder die richtigen Entscheidungen, aus denen mehr hätte entstehen können. Dann nahm Takai einen langen Ball unsauber an, sodass Knauf allein auf Nicolas zulaufen konnte und zum 0:3 traf. Danach war das Spiel gelaufen. Auch ein sehr guter Abschluss durch Mohya änderte nichts mehr am Endresultat.

Zu viel Aufwand für kein Ertrag

Obwohl die Mannschaft eine ähnliche Leistung wie im Heimspiel gegen Leverkusen abrufen konnte, wurden nach dieser weiteren Niederlage die Diskussionen unter den Fans um Eugen Polanski lauter. Dabei war Borussia dem Gegner nicht so unterlegen, wie es das Endergebnis suggeriert. Es wurden Torchancen erarbeitet, die teilweise kläglich vergeben oder im Ansatz falsch ausgespielt wurden. Die Frankfurter verloren wiederholt früh den Ball im eigenen Aufbau, die Gladbacher waren griffig im Zweikampf und hatten insgesamt mehr vom Spiel. Der Aufwand, der betrieben wurde, wurde jedoch nicht belohnt. Das Beängstigende ist, dass engagierte Auftritte inzwischen nicht mehr ausreichen, um sich Punkte zu verdienen. Solche Zustände treten normalerweise bei Absteigern auf.

Doch woran liegt es nun, dass Borussia im Jahr 2026 nicht von der Stelle kommt? Spätestens nach dem Auswärtsspiel in Bremen wurde klar, dass die Mannschaft noch nicht bereit war, den nächsten Schritt zu gehen. Daher wurde wieder mehr auf defensiv stabiles Grundgerüst gesetzt. Was in Leverkusen noch gelang, das wurde in Frankfurt durch Nachlässigkeiten zunichte gemacht. Mannschaften im oberen Tabellendrittel scheinen den Gladbachern grundsätzlich nicht mehr zu liegen, im Gegensatz zu vergangenen Jahren. Borussia konnte kein einziges Spiel aus elf gewinnen. Es gab vier Unentschieden und sieben Niederlagen. Dennoch punktet die Mannschaft in den Spielen, in denen es von ihr verlangt wird. So wurden die Augsburger deutlich geschlagen, während es in Bremen und Hamburg nach schwachen Auftritten zumindest jeweils zu einem Unentschieden reichte.

Auch mit einem neuen Trainer bleiben die altbekannten Probleme

Bisher hat der Kader nicht bewiesen, dass er zu mehr fähig ist. Daher wirkt die Kritik, die den Trainer ereilt nicht gerade fair. Polanski muss vermutlich mit dem schwächsten Kader seit dem Wiederaufstieg arbeiten, da einige Neuverpflichtungen gar nicht erst einschlugen und wichtige Leistungsträger seit Langem verletzt fehlen. Forderungen, einen 17-Jährigen aufzustellen, zeigen im Grunde genommen das gesamte Ausmaß des unzureichenden Kadermanagements der vergangenen Jahre. Die Fans trauen Machino, dem Rekordeinkauf des Sommers, weniger zu als einem Nachwuchsspieler. Es gibt wenig Hoffnung, dass sich bis März personell etwas Entscheidendes ändern wird. Das schützt Polanski nicht vor einer Entlassung, aber auch ein neuer Trainer müsste sich mit ähnlichen Problemen auseinandersetzen, die sich nicht kurzfristig lösen lassen. So oder so wird es bis zum Schluss eng bleiben mit dem Klassenerhalt.

 

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