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Saison vor dem Abschluss: im Sommer braucht es Veränderungen

In den maximal restlichen sechs Partien in dieser Saison entscheidet sich wie die Saison abschließend bewertet wird. Alles zwischen einem Platz im Mittelfeld und dem Erfolg im DFB-Pokal-Finale ist möglich. Unabhängig vom Ausgang dieser Saison müssen Entscheidungen getroffen werden, um die Borussia in eine möglichst ruhige Saison 2017/18 zu führen. Die Leistungsschwankungen der bisherigen Spielzeit sollten analysiert und im besten Fall für die Zukunft vermieden werden. Was hat speziell die Partie vom Samstagabend gegen Dortmund gelehrt?

Borussia Mönchengladbach ist in der Endphase einer turbulenten Saison immer noch auf der Suche nach Stabilität. Im September letzten Jahres stand die Mannschaft in Reichweite der Europapokal-Plätze. Danach folgte bis in den Dezember hinein der stetige Abstieg in der Tabelle, André Schubert wurde schließlich in der Winterpause entlassen. Die magischen Abende in der Champions League waren letzten Endes nur die Ablenkung von der Tristesse in der Liga. Der Nachfolger Dieter Hecking erarbeitete sich in kürzester Zeit das Vertrauen der Spieler und holte die Mannschaft aus dem Leistungsloch. Werder Bremen, SC Freiburg, Bayer Leverkusen, FC Schalke, Hertha BSC und der 1. FC Köln wurden geschlagen, alles direkte Konkurrenten wenn die aktuelle Tabellensituation betrachtet wird. Die Borussia konnte streckenweise beweisen, dass die Hinrunde ein großer Ausrutscher war, die fehlenden Punkte werden dennoch nicht mehr eingeholt werden können.

Dieter Hecking kann auch nicht zaubern

Dieter Hecking hat die Mannschaft wieder in die Spur gebracht. Der Sprung in das gesicherte Mittelfeld und das DFB-Pokal-Halbfinale wurden erreicht. Das unglückliche Ausscheiden gegen den FC Schalke in der Europa League wurde weniger als Zeichen fehlender Qualität gesehen. Dennoch, hat auch der neue Trainer seine Schwierigkeiten wenn die absoluten Leistungsträger ausfallen, gleichermaßen in allen Mannschaftsteilen: Tony Jantschke als Kämpfer auf der rechten Abwehrseite, Christoph Kramer als intelligenter Läufer und Anführer im Mittelfeld, Fabian Johnson als der komplette Mittelfeldspieler, Thorgan Hazard und Raffael als die kreativen Kräfte im Angriff. Das gefüllte Lazarett ist der Grund dafür, dass aktuell die zweite bzw. dritte Reihe aufgestellt werden muss. Es erklärt sich von selbst, dass ohne die Stammkräfte das Niveau kaum abzurufen ist, um gegen Teams bestehen zu können, die abgeschlagen von der restlichen Liga um Platz drei und vier kämpfen.

Tobias Strobl im Mittelpunkt der Kritik

Die Umstände schließen dennoch keine Kritik aus. Tobias Strobl steht mehr im Fokus als er sich es wünschen würde, der legitime Nachfolger von Havard Nordtveit, der sich im letzten Sommer West Ham United anschloss. Der ehemalige Hoffenheimer sieht sich selbst als Kämpfer auf dem Platz, der anderen den Rücken freihält ohne großartig auffallen zu müssen. Dieser Komfort bleibt ihn in den letzten Wochen vergönnt, er muss dem Spiel eine Struktur geben und alle Mannschaftsteile zusammenhalten. Dafür braucht es Intelligenz in der Laufarbeit und ein kreatives Aufbauspiel, in diesen Bereichen hat er jedoch seine Schwierigkeiten. Wenn die Abwehr unter Druck gesetzt wird, sollte der zentrale Mittelfeldspieler als Abnehmer bereitstehen – sei es bei einem abgewehrten Kopfball oder bei einem einfachen Pass im Aufbauspiel. Genau das wäre das Spiel des verletzten Kramer, wo Strobl in dieser Zeit schnell die Übersicht verliert. Ja, der Weltmeister fehlt!

Die Offensive steht auf dem Prüfstand

Wie muss die Offensive zum Abschluss der Saison bewertet werden? André Hahn, Jonas Hofmann und Patrick Herrmann blieben im Heimspiel gegen Dortmund erneut torlos. Es ist symptomatisch für die bisherige Saison der drei Angreifer: Hofmann traf bisher nur in der Europa League auf Schalke, Herrmann schoss das Comeback-Tor im Heimspiel gegen Freiburg, Hahn erzielte über 40 Einsätze verteilt gerade einmal vier Treffer. Die dänischen Innenverteidiger Andreas Christensen und Jannik Vestergaard trafen in dieser Spielzeit mit vier bzw. drei Toren, mehr als so manch ein Offensivspieler im Kader, nicht nur die bisher genannten drei. Ist die Abschlussschwäche also ein generelles Problem?

Jein. Während Fabian Johnson, Patrick Herrmann und Ibrahima Traoré in dieser Saison länger fehlten, müssten André Hahn und Jonas Hofmann eigentlich häufiger getroffen haben, denn beide blieben von schweren Verletzungen verschont. Dagegen traf es Josip Drmic härter, der länger über ein Karriereende nachdenken musste und sich immer noch zurückkämpft. Andererseits bleibt der Ruf des Chancentods an ihm hängen, denn er traf erst ein einziges mal für die Borussia. Dennoch bleibt es dabei, die aufgestellte Marke von vier Toren des aus Chelsea geliehenen Innnenverteidigers scheint unüberwindbar. Bei maximal sechs ausbleibenden Partien in dieser Saison ist es unwahrscheinlich, dass die Marke noch von allen geknackt werden wird. Seit der Länderspielpause haben ohnehin nur noch Lars Stindl, Mahmoud Dahoud, László Bénes und Ibrahima Traoré getroffen, wenn alleine die offensiv-denkenden Akteure betrachtet werden.

Schwierige Entscheidungen stehen an

Die Ordnung in der Defensive sollte mit Christoph Kramer zurückkehren, dennoch muss der nahezu sichere Abgang von Andreas Christensen mit der bestmöglichen Qualität kompensiert werden. Kein Zweifel, in der Offensivbereich muss ausgemistet werden. Es wäre zu eindimensional gedacht, wenn die Offensive weiterhin auf den Schultern von Lars Stindl, Raffael und mit Abstrichen Thorgan Hazard getragen werden würde. Der Brasilianer fiel zuletzt sowieso häufiger aus, der Belgier muss immer noch beweisen, ob er in die Rolle hineinwachsen kann. Es muss deutlich mehr von den Flügelspielern kommen, die in dieser Saison die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Wenn schon die Torgefahr über die Flügel nicht erhöht wird, dann sollte über einen Stürmer für die Mitte nachgedacht werden. Einer, der die Bälle abschirmen und im besten Fall effektiv verwerten kann. Ohne Frage, ein Umbruch steht an, der mitunter einige schwere Entscheidungen beinhalten wird. Alles zum Wohle einer ruhigeren Saison 2017/18.

7 Kommentare

  1. Dr.dolittle

    Heute im Doppelpass bewahrheitete sich das Problem :
    diese Angst vor der Ansage und Bereitschaft : Wir riskieren was !
    Dieses nicht vergessen wo wir her kommen wird immer den Weg an die Spitze verhindern – Wir waren gegen den BVB unterirdisch mies .
    Zuviele Mitläufer und junge Küken , so geht es nicht weiter sondern dahin wo wir her kommen . Ein Wechsel auf dem Managerposten wäre sehr hilfreich gewesen .
    Eberl kennt kein Risiko und das Xhaka Geld wird für ein hässlichen Betonklotz
    rausgeschmissen , es geht bergab …..

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  2. Fohlen

    Ja, genau, vergessen wir mal ganz schnell, wo wir herkommen und hauen die Kohle so richtig feste raus! Dann folgen wir vielleicht demWeg der falschen Borussia und stehen dann kurz vor der Insolvenz (wenn z. B. dieTransfers nicht einschlagen und die Gehälter trotzdem weiter laufen). Dumm nur, dass UNS dann vermutlich niemand retten wird und wir „zwangsabgestiegen“ werden (um es mal ganz polemisch zu formulieren). Unglaublich, dass diese Eberl-Basherei einfach nicht aufhört!!

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  3. Pat Schäfer

    Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo das Geld mit der Mistgabel aus dem Fenster geschmissen wurde. Vermeintliche (Alt)Stars kamen und ein Trainer mit großen Namen. Ergebnis: keine Titel, Abstieg, desaströse Finanzen.
    Eberl hat sehr viel richtig gemacht. CL und EL sprechen für ihn und seinen Weg. Wer zu schnell alles will, der wird dabei scheitern. Nur in einer Sendung großmaulig anzukündigen: so und jetzt greifen wir an und hauen die ganze Kohle auf den Kopf, heißt nicht, dass das es damit „bergauf“ geht. Max sagt es genau richtig, bescheiden bleiben, schauen was möglich ist, trotzdem ehrgeizig und erfolgshungrig auf die Ausrutscher der finanzstarken Clubs warten. Hat bisher ganz gut geklappt. Wenn man meint, dass BMG durch Geld und Risiko (s. Wolfsburg/S04) ein Anrecht auf Erfolg hat, der hat irgendwas verpasst.

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  4. Shorty

    Nun ja, man kann ruhig mal sich etwas offensiver aufstellen. Das bücken und nach unten schauen sollte eigentlich dem positiven Denken Platz machen. Richtig ist,dass Eberl das Risiko scheut und so dem Handeln nach Grösserem einen Riegel vorschiebt.
    Das spiegelt sich im Verlauf einer Saison so richtig schön wieder. Wenn schon jetzt davon gesprochen wird,dass AC oder MD nicht 1zu1 ersetzt werden können,dann gute Nacht. Im übrigen wusste jeder, das ein CK kein GX ist. Ach ja, Fussball ist wer Tore schiesst.Raffa kommt in die Jahre,Drimic trifft nicht und Hahn und Co., na ja.
    Hoffen wir mal das der Max die richtigen Worte und Taten findet!

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  5. Harry Kreusch

    Im Sommer braucht es Veränderungen richtig und zwar in der Abwehr Ersatz für Christensen Kolo ein 10 Mio- Flop mit der Leistung eines 2Liga unter durchschnittlichen Spieler. Man oje wer hat den so einen Spieler verpflichtet Autsch was für eine Leistung, in Spanien schlagen sie sich vor lachen auf die Schenkel, naja wenigsten hält er einen Platz auf der Tribune warm die Flasche. Der Sturm oder gibt es den z. zeit gar nicht Leute wie Hahn , Drimic schnell persönlich an den Bahnhof fahren und tschüss. Was für eine Wahnsinns Verstärkung auf der 6er Position Strobel meine Fresse ein limitierter Spieler mit sehr limitiertem Niveau, naja er hat sich wenigstens stets bemüht, eine Armutsleistung so einen zu verpflichten. Einen alternden Raffael welcher häufig verletzt ist. Einen Kruse welcher in Bremen Bude um Bude macht der auch zu uns wieder wollte nicht zurückgeholt tolle Leistung setzen 5- Wenn nicht gravierendes im Sommer geschieht wird es von Anfang bis zum Ende Inder neuen Saison um den Abstieg gehen. Eberls Traum was blechernes in der Hand zu halten, ist mal wieder ausgeträumt, für mehr als eine Dose Red Bull in der Hand (blechernes) wird es nicht reichen Bin 40 Jahre BMG Fan , habe es satt 22 Jahre wieder auf ein DFB Pokal Finale gewartet eine große Chance mit einem Heimspiel gehabt ,die Fans standen hinter euch was habt ihr abgeliefert? Ich bin es leid ständig irgendwelche Phrasen zu hören diese Mannschaft gehört so richtig ausgemistet.

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  6. Harry Kreusch

    nimmt man die letzten Spiele insbesondere das Pokalhalbfinale in welchem die Chance bestand eine total beschissene Saison noch halbwegs zu retten, sieht man sich dann die Leistungen an insbesondere die 1 Halbzeit, die 2te war ein wenig besser, so stelle ich mir schon bei den Spielern welche gestern auf dem Platz standen A, die Charakterfrage B, die Frage der Qualität hier muss für die neue Saison gehandelt werden . Daher sollte sich der Verein von Spielern welche in entscheidenden Spielen so auftreten so eine Leistung generieren genau hin schauen u. sich schnell trennen. Der Angriff , gibt es eigentlich einen? Stindl Alleinunterhalter Raffael (alt) Verletzungsanfällig Drimic u. Hahn ist die Qualitätsfrage zu stellen, bei Hahn stets bemüht reicht eben nicht. Bei Drimic Pech mit seinen Verletzungen insgesamt aber ein Missverständnis welches es auszuräumen gilt. Bzw. Wie wird trainiert bei Athletiktrainer Luisser jetzt bei der Eintracht in Frankfurt, gab es deutlich weniger Verletzungen.

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