Die Lehren aus dem ersten Auswärtsspiel

In Augsburg will es der Borussia einfach nicht gelingen zu gewinnen. Auch im achten Anlauf reicht es maximal zu einem Unentschieden. Ein Vergleich zum Auftritt im vergangenen Jahr, das Spiel endete mit 2:2, kann gezogen werden, muss er aber nicht. Die Fohlenelf hat es schlicht verpasst ein Ausrufezeichen zu setzen, und hat sich wie in den vergangenen Jahren gewohnt schwer getan. Dieter Hecking wird seine Schlüsse ziehen müssen, das volle Potenzial wurde an diesem Wochenende nämlich nicht abgerufen.

Im Vorfeld wurde beispielsweise von den zahlreichen Alternativen gesprochen, auf die zumindest nach der Halbzeitpause zurückgegriffen wurde. Der Ansatz „Never change a winning team“ ist nach der überzeugenden Darbietung gegen Bayer Leverkusen nachvollziehbar gewesen. Es stellt sich dennoch die Frage wieso bei einer physisch präsenten Augsburger Mannschaft nicht entsprechend umgestellt wurde. Das Team von Manuel Baum gewann zeitweise über 60 Prozent aller Zweikämpfe. Dem Mittelfeld fehlte es merklich an Durchschlagskraft, immer wieder wurden Duelle verloren. Raffael, der sich immer wieder fallen ließ, wusste sich überhaupt nicht durchzusetzen. Dieter Hecking nahm dann konsequenterweise zur zweiten Hälfte Korrekturen vor.

Das wäre beinahe schief gegangen

Die Umstellung auf ein 3-5-2 wurde vorgenommen, um das Mittelfeld zu entlasten. Darauf schien Manuel Baum jedoch vorbereitet gewesen zu sein, sodass die Augsburger ebenfalls umstellten. In dieser Phase hätte das Spiel zugunsten der Gastgeber entschieden werden können. Glücklicherweise vergaben sie hochkarätige Torchancen, sodass die Borussia nochmals reagieren konnte. Das eigene Spiel wurde erneut umgestellt, und die defensive Stabilität kehrte zurück. Die taktische Flexibilität muss gelobt werden, die Ausführung war nun leider nicht perfekt gewesen. In diesem Bereich wird nachjustiert werden müssen.

Es war ein insgesamt intensives Spiel, dass irgendwie an die vergangene Saison erinnerte. Ein individueller Fehler reichte aus, um in Rückstand zu geraten. Der gelungene Start in die Partie wurde nicht belohnt, sondern viel mehr bestraft. Mit dem Rückstand war die Borussia nicht mehr so widerstandsfähig. Die Abwehr der Fohlen wurde weiter früh angelaufen, sodass sich Fehler im Spielaufbau einschlichen. Auch mit der Systemumstellung zur zweiten Halbzeit wurde die Fohlenelf nicht griffiger, Torchancen blieben eine Seltenheit. Glücklicherweise traf dann Alassane Plea nach einer Ecke, und machte damit genau das was ein Mittelstürmer tun muss. Irgendwie war das wieder das typische Auswärtsspiel in Augsburg, und ist dadurch schwer einzuordnen. Feststeht: den einen Punkt nimmt man in Mönchengladbach gerne mit.

Konkurrenzkampf nutzen, Taktik verfeinern

Die Borussia hat es nicht so mit Kämpfen, das war bereits in der letzten Saison ausdiskutiert worden – sie wollen Fußballspielen! Es wurde bereits beschrieben: der Trainer muss sich Fragen gefallen lassen, er hat offensichtlich wie die Spieler nicht alles richtig gemacht. Wenn er Tage vor dem Auswärtsspiel davon spricht wie viele Alternativen er doch habe, und wie intensiv der Konkurrenzkampf sei, dann kann er nicht nach dem Spiel von den verletzten Stammspielern reden. Veränderungen in der Startelf hätte jeder verstanden. Sie kamen dann zur Halbzeit. Bei der Systemumstellung muss Dieter Hecking fast schon in Schutz genommen werden – sie war notwendig! Die Ausführung war einfach nicht zufriedenstellend, weil der Gegner zu reagieren wusste.

Insgesamt wurde gegen stark-pressende Augsburger einiges ausprobiert, und ad-hoc daraus gelernt. Die Idee, die Manuel Baum umsetzen wollte hatte funktioniert. Daher auch Lob in diese Richtung. Dieter Hecking wird mit seinen Spielern in der Länderspielpause daran arbeiten müssen, die richtigen taktischen Maßnahmen auf dem Feld zu finden. Die Mannschaft musst im bestenfalls selbstständig erkennen was auf dem Feld zu tun ist. Es gilt jetzt an solchen Feinheiten zu arbeiten, der Konkurrenzkampf wird weiter auf höchster Stufe gehalten. Jetzt muss nur noch ein Nutzen aus der großen Auswahl geschlagen werden. Denn wenn nur einer schwächelt, und wie in Augsburg nicht alles aus sich rausholt, dann muss das die Chance für den nächsten sein.

 

 

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