Die Saison darf losgehen

Im Sommer hat sich einiges  bei der Borussia getan. Das Funktionsteam wurde neu ausgerichtet, der Trainer ließ ein neues System einstudieren, und wie in jedem Jahr wurde der Kader verstärkt. Die Probleme der vergangenen Jahre und Monate wurden erkannt und angepackt. Nach einer erfolgreichen und intensiven Vorbereitung darf die Saison 2018/19 nun endlich losgehen. 

Bereits im Juni wurde das neu aufgestellte Funktionsteam vorgestellt. Dr. Ralf Doyscher hat die Position des festangestellten Mannschaftsarztes übernommen, der immer vor Ort im Borussia Park ist. Henrik Schreiber (Leitung des Physiotherapeuten-Team) und Quirin Löppert sind die anderen beiden Neuzugänge im sportmedizinischen Bereich der Fohlenelf. Mit dem neuen Personal soll den zahlreichen (Trainings-)Verletzungen und langen Ausfallzeiten entgegengetreten werden, Stichwort: Prävention. Abschließend muss noch Steffen Krebs genannt werden, der seit Juli unter der Leitung von Uwe Kamps die Profi-Torhüter trainiert. Es ist offensichtlich, im Sommer hat sich beim Team hinter dem Team sehr viel getan.

Der Trainer pfeilt an der Taktik, der Sportdirektor am Kader

Auch Dieter Hecking hat sich nach der spielerisch durchwachsenen Saison etwas Neues einfallen lassen. Aus der Analyse zum Abschluss der vergangenen Spielzeit ging offensichtlich hervor, dass das Spiel der Borussia umgestaltet werden muss. Mit einem 4-3-3-System soll die Mannschaft um Kapitän Lars Stindl zu einer attraktiveren Spielweise zurückfinden. In den Testspielen und im DFB-Pokal war bereits zu erkennen in welche Richtung es aus Sicht des Trainers gehen soll. Aggressives Anlaufen und schnelles Umschalten bei Balleroberung klingen wie seine altbewährte Spielidee aus Wolfsburg, jedoch mit einem Neuanstrich. Es wird jedoch ein modernerer Ansatz verfolgt, wie es die Franzosen und Belgier bei der WM taten. Dieter Hecking wirkte in den letzten Wochen äußerst entspannt, und war zumeist zufrieden mit dem was seine Mannschaft im Training anbot. Es ist also soweit alles angerichtet für den anstehenden Saisonstart.

In zahlreichen TV-Auftritten hat sich Max Eberl der Kritik gestellt, und offen zu seinen Fehlern gestanden. Die Abhängigkeit von Raffael, der in der vergangenen Saison mehrfach kürzer treten musste, sei unterschätzt worden. Die damit verbundene fehlende Flexibilität in der Offensive, demnach auch mal von den spielenden Stürmern abrücken zu können, wurde vom Sportdirektor eingeräumt. Mit der Verpflichtung von Alassane Plea wurde daher ein Mittelstürmer nach Mönchengladbach geholt, der nicht nur über einen starken Abschluss verfügt. Mit Michael Lang wurde außerdem ein Spieler an den Niederrhein geholt, der eine Führungsrolle im Team einnehmen möchte. Im Sommer wurde also auch nach den häufig geforderten „Typen“ gesucht. Die zahlreichen Talente dürfen ebenfalls nicht vergessen werden, die wieder einmal einiges versprechen. Der Sportdirektor hat so ziemlich jede Baustelle geschlossen, und das schon weitaus früher als angenommen wurde.

Wohlfühloase vorübergehend geschlossen

Nach einer intensiven Analyse wurde im Verein einiges in Bewegung versetzt. Die „Wohlfühloase“ Borussia, sofern es sie je gab, wurde in den letzten Monaten vorübergehend geschlossen. Der Verein hinterlässt den Eindruck, dass intern einige schwerwiegende Entscheidungen getroffen wurden, ohne dass viel an die Öffentlichkeit gedrungen ist. Eine Qualität, die extrem unterschätzt wird. In Deutschland gibt es etliche Vereine, die quasi per Liveticker aus den Meetingräumen berichten. Die abschließende Frage lautet nun: wurden auch die richtigen und entscheidenden Stellschrauben gedreht? Die neue Saison wird die Antwort darauf geben. Klar ist jedoch, dass derzeit wenig darauf hindeutet, dass die Borussia an die chaotische Rückrunde der vergangenen Saison anschließen wird.

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