Erste Eindrücke zum Trainingsauftakt – ein Neustart?

Max Eberl hat klar formuliert welche Erwartungen er an den neuen Trainer hat. Adi Hütter soll die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortführen. Einen Neustart soll es nicht geben, trotz eines teilerneuerten Trainerteams. Die ersten Eindrücke in den vergangenen Tagen lassen jedoch den Schluss zu, dass der Verein mit dem Österreicher an der Seitenlinie zur gewohnten Ruhe zurückkehren möchte. Das könnte mitunter mit der weniger emotional aufgeladenen Kommunikation des neuen Trainers gelingen.

„Gefühlt beginnt eine neue Zeitrechnung“, stellte Christoph Kramer nach der zweiten öffentlichen Trainingseinheit in diesem Sommer klar. Adi Hütter sucht derzeit das Gespräch mit den Spielern, um sie kennenzulernen und ein gutes Gefühl für die Mannschaft zu bekommen, ohne aber die Fans in Gänze einzubinden. Der Österreicher konzentriert sich auf seine Aufgaben als Trainer: „Mein Ziel ist, dass wir begeisternden und attraktiven Fußball spielen, aber natürlich müssen auch die Ergebnisse stimmen.“ Adi Hütter, so scheint es, möchte nichts dem Zufall überlassen. Bereits bei seiner offiziellen Vorstellung wirkte er bestens vorbereitet, referierte ausführlich über die Vereinsgeschichte der Borussia und zählte bekannte Persönlichkeiten der älteren und jüngeren Vergangenheit auf. Günter Netzer in seiner Aufzählung vergessen zu haben war ihm sichtlich unangenehm gewesen, sodass er den Namen bei einer späteren Frage eines Journalisten noch nachlieferte. Dieser Fehler wäre im Normalfall niemanden aufgefallen – ein sympathischer erster Eindruck des 51-jährigen.

Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck bei der Pressekonferenz bestätigt, dass mit Adi Hütter ein neuer, alter kommunikativer Ansatz zurückkehren wird. Die vergangenen beiden Jahre waren sehr davon geprägt, dass der Trainer mit seiner Wortwahl eine direkte Bindung zwischen der Mannschaft und den Fans aufbauen wollte. Es ist bekannt wohin diese kurzfristige und wenig nachhaltige Effekthascherei hingeführt hat. Wenn Worte nicht mehr mit Leben gefüllt werden, dann wird aus der größten Stärke ein schwerwiegender Schwachpunkt. Adi Hütter wird sich nicht deswegen bei seinen ersten Aussagen auf das Wesentliche konzentriert haben. Der Österreicher ist nämlich grundsätzlich ein anderer Typ Mensch. Darüber hinaus bleibt ohnehin entscheidend wie intern miteinander gearbeitet und umgegangen wird. Der Fußball soll, so weit ist klar, nicht revolutioniert werden. Dazu liegen die Spielideen der beiden Trainer durch die RB-Schule zu nah beieinander. In dieser Hinsicht wird Adi Hütter auf der Arbeit seines Vorgängers aufbauen, ohne aber zu hohe Erwartungen zu wecken.

Manu Koné verspricht viel

Der Cheftrainer machte sich zum Trainingsauftakt ein erstes Bild von seinen Spielern, und war wie angekündigt mittendrin im Geschehen. Mit dabei waren auch die Winter-Neuzugänge Manu Koné (FC Toulouse) und Joe Scally (New York City FC), die vor knapp 1.300 Zuschauern vorspielen durften. Den Beobachtern vor Ort fiel sofort auf was für eine körperliche Präsenz und Athletik der 20-jährige Franzose bereits mitbringt. Auch ansonsten hob er sich durch seine starke Ballbehandlung und Übersicht von den meisten gleichaltrigen Nachwuchsspielern aus dem Fohlenstall ab. Es ließ sich erahnen wieso Max Eberl dazu bereit war neun Millionen Euro für das Mittelfeld-Talent zu bezahlen. Aus dem ersten Schaulaufen, ohne die Nationalspieler, lassen sich zu diesem frühen Zeitpunkt keine weiteren Schlüsse ziehen. Erst das Testspiel gegen Drittligist Viktoria Köln kann zu einem ersten Gradmesser für die zahlreichen Nachwuchskräfte im Kader werden. Adi Hütter wird bis dahin erst einmal in Ruhe weiterarbeiten und die Zeit dazu nutzen den Verein besser kennenzulernen.

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