Zum Saisonstart wird Ruhe gefragt sein

Die Saisonvorbereitung ist vorbei, jetzt richtet sich der Blick auf das Pokalspiel in Kaiserslautern. Trainer Adi Hütter hat unter herausfordernden Bedingungen seinen ersten Monat bei der Borussia verbracht. Ein Ausblick auf das was zum Start in die Saison erwartet werden kann, und was nicht.

Durch die lange fehlenden EM-Fahrer hatten zahlreiche Jugendspieler die Chance sich dem neuen Trainer zu präsentieren, einen ersten Eindruck zu hinterlassen. In den allermeisten Testspielen und dem Trainingslager hatte jeder die Chance sich für den Profi-Kader zu empfehlen. Die begehrten Tickets haben allem Anschein nach Connor Noß und Joe Scally ziehen können. Rocco Reitz wurde für mehr Spielpraxis an den belgischen Erstligisten VV St. Truiden verliehen. Alle drei sind auf dem aktuellen Mannschaftsfoto zu finden. Andere dagegen sind wieder in die U23 zurückgekehrt um sich über die Regionalliga heranzuarbeiten. Famana Quizera hat entgegen vieler Vorschusslorbeeren enttäuscht, und auch Per Lockl wird sich erst einmal wieder hinten anstellen müssen.

Eine ungewohnte Situation

Adi Hütter musste bereits früh, bei dem ohnehin schon reduzierten Kader, auf weitere Spieler verzichten. In den ersten Tagen seiner Amtszeit erlitt Manu Koné eine Innenbandverletzung. Nach einer Untersuchung im Borussia Park war klar, dass sich Breel Embolo eine komplizierte Muskelverletzung bei der Europameisterschaft zugezogen hatte. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung folgten noch Alassane Plea (Kapselverletzung im Knie), Lars Stindl (Außenbandzerrung im Knie) und Ramy Bensebaini (Muskelverletzung). Auch Jonas Hofmann muss, Stand jetzt, kürzer treten. Der Nationalspieler verletzte sich im DFB-Training und laboriert an dessen Folgen. Denis Zakaria fehlte zudem zuletzt aufgrund einer Corona-Infektion. Die allermeisten sind nun wieder zurück auf dem Trainingsplatz. Offen bleibt wer von den Genannten neben Lars Stindl für den Saisonstart einsatzbereit ist.

Ungeachtet der fehlenden EM-Teilnehmer im Kader, optimal verlief die in zwei geteilte Vorbereitung offensichtlich nicht. Der Verein ist zudem in der schwierigen Situation bei Transfers kaum handlungsfähig zu sein. Feststeht, und das betonte Sportdirektor Max Eberl immer wieder: einen großen Umbruch wird es nicht geben. Der Transfermarkt kommt nicht in Bewegung, sodass es inzwischen sogar möglich wäre, dass niemand mehr abgegeben wird. Max Eberl wartet auf Angebote, vor allem für Denis Zakaria und Matthias Ginter. Adi Hütter wird damit umgehen müssen nicht zu wissen wie der Kader im September aussieht. Zumindest scheinen sich aber zwei Verpflichtungen anzubahnen. Luca Netz (Hertha BSC) ist bereits beim Medizincheck gewesen, eine offizielle Verkündigung des Transfers  soll zeitnah folgen. Auch bei William Pacho wird auf eine Vollzugsmeldung gewartet. Der Ecuadorianer wurde in seiner Heimat bereits verabschiedet.

Geduld ist gefragt

Adi Hütter hat erst in der dieser Woche beginnen können mit nahezu dem gesamten Kader zu arbeiten, die einzelnen Mannschafsteile aufeinander abzustimmen, eine Einheit zu schaffen. Denn das letzte Testspiel gegen den FC Groningen verlief mit einigen Rückkehrern in der Startelf doch ziemlich unrund, wenngleich phasenweise zu erkennen war was der Neu-Trainer sehen möchte. Es wird definitiv noch Zeit brauchen eine geschlossene Mannschaftsleistung auf den Platz zu bekommen, dieses Ziel wird nicht innerhalb weniger Tage erreicht werden können. Das wird dem 51-jährigen klar sein, lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ein holpriger Start würde nicht überraschen, auch wenn ein Weiterkommen im Pokal nicht zur Diskussion stehen sollte. Der darauffolgende Saisonauftakt gegen den FC Bayern und die beiden Auswärtsspiele in Leverkusen und bei Union Berlin werden die deutlich größere Herausforderung darstellen. Die Ruhe, die der Österreicher ausstrahlt, kann in diesem ersten Teil der Saison noch zu einem wichtigen Faktor werden. Selbst wenn die Borussia einen schlechten Start hinlegt, Adi Hütter ist erfahren genug damit umzugehen. Auf lange Sicht wird sich das auszahlen und auch in der Tabelle widerspiegeln.

 

 

1 Kommentar Zum Saisonstart wird Ruhe gefragt sein

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