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Die Eintracht ist der Borussia einen Schritt voraus

Die Niederlage in Frankfurt war bitter, aber auch nicht unverdient. Ein verschossener Elfmeter, ein nicht gegebener Platzverweis und einige Ausfälle haben den Ausgang des Spiels zwar maßgeblich beeinflusst, jedoch sorgten auch individuelle Fehler und eine fehlende Durchschlagskraft der Offensive dafür, dass erneut leichtfertig Punkte liegen gelassen wurden. Die Eintracht darf nicht unterschätzt werden, sie hat etwas wovon die Borussia lernen kann.

Eintracht Frankfurt hat durch Niko Kovac ein Gesicht bekommen. Es wäre unfair die Mannschaft ausschließlich auf ihre Robustheit und Provokationen zu reduzieren, denn sie leistet mehr als das. Die Defensive verteidigt dermaßen diszipliniert und kompakt, dass nur der FC Bayern weniger Gegentore kassiert hat. Auch wenn sie nicht für einen offensiven Zauberfußball stehen, so folgen sie einem klaren Konzept, und erarbeiten sich anhand dessen ihre Punkte. Dieter Hecking hat noch kein Mittel gefunden, um das Kovac-Konzept zu knacken. Auch am Freitagabend blieb die Fohlenelf unter seiner Regie im vierten Anlauf sieglos. Die Eintracht hat der Borussia so gesehen etwas voraus: ein klares und erfolgreiches Konzept.

Ein Fehler wird knallhart bestraft

Dabei hatte er viel investiert, und in zwei geheimen Trainingseinheiten die Dreierkette einstudiert. Eine richtige Entscheidung, um der Offensive der Frankfurter entsprechend begegnen zu können. Die Abwehr ließ prinzipiell wenig zu, wurde aber durch einen individuellen Fehler knallhart bestraft. Patrick Herrmann feierte sein Debüt auf der rechten Abwehrseite und war schlicht überfordert, sei es im Stellungsspiel oder bei der Zweikampfführung. Der Mut des Trainers sollte nicht belohnt, einen Offensivspieler zum Abwehrspieler umzufunktionieren. So ließ er auch Thimothy Chandler vor dem ersten Gegentreffer ungehindert in den Strafraum laufen. Auch Jannik Vestergaard muss sich den Vorwurf gefallen lassen wieso er nicht den Schritt nach vorne macht, um den Pass auf Kevin-Prince Boateng zu verhindern. Die Dreierkette ist nicht gescheitert, sie hatte eben nur diese eine Schwachstelle, die ausgenutzt wurde.

Die fehlende Durchschlagskraft bleibt ein Problem

Die Borussia wusste sich dem Pressing der Frankfurter zu entziehen, hatte aber enorme Probleme eine Lücke zwischen den dichten Ketten zu finden. Der Ausfall von Raffael wird eine Rolle gespielt haben, der kurzfristig aufgrund einer Wadenverhärtung passen musste. Sein legitimier Nachfolger, der 18-jährige Michael Cuisance, war den robusten Frankfurtern einfach unterlegen. Jedoch fehlte nicht nur ihm die Durchsetzungskraft, sondern auch der restlichen Fohlen-Offensive.  In der ersten Hälfte waren die Angriffsbemühungen sehr überschaubar, aber auch in Hälfte zwei fehlte der entscheidende letzte Punch. Das Spiel der Borussia konzentrierte sich speziell auf der rechten Seite, ohne jedoch in den Strafraum vorstoßen zu können. Lars Stindl schien sich auf der linken Seite überhaupt nicht wohlzufühlen. Schüsse aus der Ferne waren die Folge daraus, die aber nicht verwertet werden konnten.

Heatmap
Heatmap der Fohlen-Offensive

Die Eintracht ließ schlicht und ergreifend nicht mehr zu, und machte nur einen entscheidenden Fehler, der in einem Elfmeter mündete. Dieser wurde jedoch von Thorgan Hazard an die Latte geschossen, sodass der letzte Strohhalm zu wenigstens einem Punkt nicht gezogen werden konnte. An diesem Abend wollte es einfach nicht gelingen, trotz einer relativ ausgeglichenen Partie. Der Schlusstreffer von Luka Jovic war letztlich nicht mehr entscheidend. Ein nicht gegebener Elfmeter, die Ausfälle während des Spiels und davor, als auch ein fehlender Platzverweis sind aus der Sicht von Borussia zu beklagen. Das soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es die Frankfurter stark verteidigt haben, und die Gladbacher vor allem im letzten Drittel kaum Druck aufbauen konnten. Letzten Endes wurde so erneut ein möglicher Sprung vor die Konkurrenz verpasst.

Die Borussia kann von der Eintracht lernen

Eine solche Niederlage ist definitiv ärgerlich. Ein individueller Fehler, ein verschossener Elfmeter und Pech bei Schiedsrichter-Entscheidungen reichten aus, um als Verlierer vom Platz zu gehen. Die Borussia muss sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie zu wenig aus ihren Möglichkeiten gemacht hat, zeitweise zu passiv agierte. Die Kombination aus Passivität und individuellen Fehlern ist vor allem noch aus dem Rheinderby bekannt. Die alten, bekannten Probleme kamen zum Vorschein. Seit dem Sieg über die Bayern befindet sich die Fohlenelf in einer Mini-Krise: 7 Punkte aus 7 Spielen. Mit der vierten Auswärts-Niederlage in Folge droht gar das Abrutschen ins Mittelmaß der Liga. Ein Sieg im Heimspiel gegen RB Leipzig ist fast schon Pflicht. Max Eberl hatte in der Winterpause ein klares Ziel formuliert: 25 Punkte in der Rückrunde, um somit die Qualifikation für Europa zu erreichen. In den verbleibenden 14 Partien müssen demnach noch 22 Punkte gesammelt werden.

Eintracht Frankfurt setzt auf eine robuste bis brutale Spielweise, jedoch überdeckt dies die taktischen Raffinessen eines Niko Kovac. Er hat in Frankfurt ein klares Spielkonzept umgesetzt, mit dem sich der Fan identifizieren kann, auch wenn es nicht jedermanns Geschmack treffen mag. Die Eintracht ist der Borussia in dieser Hinsicht einen Schritt voraus. Sie haben quasi den kroatischen Lucien Favre gefunden, der eine Mannschaft besser machen kann. In Frankfurt gibt es eine klare Struktur, die Mannschaft wirkt gefestigt, stabil. Die Fohlenelf steht für, ja für was eigentlich? Die Schwankungen über die gesamte Saison hinweg machen es schwer eine eindeutige Antwort zu finden. Der Umbruch im Sommer, viele Verletzungen, junge Spieler und fehlendes Spielglück werden sicher ihren Anteil an diesen Schwankungen haben, so wird es auch immer wieder kommuniziert. Es wird jedoch an der Zeit, dass die Vision des Trainers Formen annimmt, um wirklich das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen und die notwendigen Punkte zu sammeln. Damit auch die Borussia ein Gesicht hat.

Ein Kommentar

  1. h- kreusch

    Die Borussia steht, ja für was eigentlich? Für Inkonstanz Versagen in den Momenten wo es drauf ankommt. Der Trainer hat die Eintracht noch nicht entschlüsselt, was wohl kein Wunder ist, er glänzt durch Inkompetenz gibt der Mannschaft kein Gesicht, anders Kovac. D.H. wird dieses nicht hin bekommen sehr viele Fans begreifen das nur der Manager ( Eberl) der begreift es nicht will verlängern, ein tolles Team der Trainer u. der Manager beide glänzen durch Inkompetenz. Wir als Fans sollten uns dauerhaft auf unteres Mittelmaß einstellen.

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