Es braucht Antworten

Borussia Mönchengladbach will mindestens in die Europa League, spielt aber gefühlt um den Klassenerhalt. Dies sorgt für eine ambivalente Stimmung rund um den Verein, die Fans und Mannschaft auseinanderdriften lässt. Trainer, Sportdirektor, Vize-Präsidenten können oder wollen nicht sagen woher dieser Leistungseinbruch herkommt. Das macht die Situation nicht besser.

„Fußball kann so einfach sein“, so heißt eine alte Fußballweisheit. Es braucht einen Erfolgsmoment in einer sportlichen Krise, und die Sicherheit kehrt auf den Platz zurück. Eine Stütze in solchen Krisen sind zumeist die Fans. Auch der Nordkurve wurde in der Vergangenheit immer dieses gewisse Gespür für die Situation attestiert. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, sind dadurch Pfiffe ausgeschlossen? Pfiffe sind das letzte Mittel, ein Instrument, um Emotionen auszudrücken: wir sind unzufrieden mit dem wie ihr auftretet! Die Passivität der Spieler ist der Auslöser, wie damals im Heimspiel gegen den Hamburger SV. Ein kurzer Rückblick genügt um dies zu untermauern, denn nach drei Heimniederlagen mit 1:11 Toren war die Stimmung wesentlich positiver.

Irgendwann ist eine Grenze erreicht

Thorgan Hazard ist das derzeit einzige personifizierte Ziel, das mit Pfiffen abgestraft wird. Wer nach einem 0:1 beim VfB Stuttgart ganz offen kommuniziert, dass er zu Borussia Dortmund wechseln möchte, der sollte eine solche Reaktion im Heimstadion eigentlich einkalkulieren. Es ehrt dann Dieter Hecking, dass er sich als Trainer vor ihn stellt. Dennoch, er hilft dem Verein mit so einem Verhalten abseits des Feldes einfach gar nicht. Der Belgier ist dadurch aber nicht freigegeben, um den Frust der Fans ertragen zu müssen. Irgendwo ist dann auch eine Grenze überschritten, was übrigens genauso für den Spieler gilt.

Lucien Favre hatte vor seinem Rücktritt die Bindung zur Mannschaft verloren, André Schubert war als unerfahrener Trainer mit der Situation überfordert, aber wo liegt eigentlich das derzeitige Problem? Dieter Hecking scheint genauso ratlos wie alle anderen auch, denn meist klingen seine Antworten so: „Ja, wenn man das wüsste.“ Er ist nicht der einzige, der eine klare Antwort vermeidet. Max Eberl wollte auf der Jahreshauptversammlung nach der Frage eines Fans auch nicht ins Detail gehen. Anhand der vielen Andeutungen ist zumindest davon auszugehen, dass die Mannschaft mental am Boden liegt. Der Trainer nennt zusätzlich noch andere Punkte, die aber eher wie eine persönliche Abrechnung an Kader, Spieler und Fans wirken. Das stellt niemanden zufrieden, der mit Herzblut am Verein hängt.

Ein Zeichen setzen

Die Mannschaft soll nach dem 2:2 im letzten Heimspiel neue Kraft geschöpft haben. Mit einer Reaktion beim 1. FC Nürnberg könnte noch während des laufenden Spiels die notwendige Einheit beschworen werden. Bei 10.000 mitgereisten Fans sollte potenziell genug Unterstützung vorhanden sein. Die beste Antwort kann immer noch mit Leistung erbracht werden, denn Fußball kann bekanntlich so einfach sein.

 

 

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