Keine Frage des Systems

Insgesamt acht Tage lang hat sich die Borussia am Tegernsee im Trainingslager auf die neue Spielzeit vorbereitet. In den Testspielen gegen Basaksehir und Rayo Vallecano wurde der Eindruck aus dem ersten Test bestätigt. Es ist keine wirkliche Frage des Systems, sondern wie die Mannschaft die Anforderungen des neuen Trainers umsetzt.

Es ist kein komplett neuer Ansatz zu erwarten, erst recht keine Revolution. Auch Max Eberl bemüht sich immer wieder auf die Euphoriebremse zu drücken. Trotz allem lässt der Sportdirektor auch durchblicken, dass Marco Rose nicht ohne Grund geholt wurde. Der neue Trainer setzt das um was Dieter Hecking offensichtlich nicht gelingen wollte. Es fühlt sich derzeit so an als würde die Borussia all das umsetzen wollen was schon vor einem Jahr versprochen wurde. Die Mannschaft zeigte bereits im Live-Test den öfters schon so genannten ‚aktiven Fußball‘. Stefan Lainer ist derjenige, der diese Spielweise praktisch vorlebt. Der Österreicher kennt diesen Fußball bereits aus Salzburg.

Borussia kann Zweikämpfe

Basaksehir war die erste Mannschaft, die diesen neuen Ansatz erleben durfte. Der türkische Vize-Meister wurde früh angelaufen, und das nicht nur in der Anfangsphase der Partie. Immer wieder wurde situativ der Druck auf den Spielaufbau des Gegners erhöht. Bei einer Balleroberung oder auch aus dem eigenen Ballbesitz heraus wurde mit möglichst wenigen Ballkontakten der Weg zum Tor gesucht. Die wirkliche Innovation ist aber, dass nun der direkte Körperkontakt gesucht wird. Die Borussia war über Jahre eine Mannschaft, die über den Raum verteidigt hat. Deswegen scheinen auch genau hier die größten Probleme zu bestehen. Das Positionsspiel ist noch ausbaufähig.

Personelle Konsequenzen folgen

Marco Rose wird seine Schlüsse gezogen haben. In Mönchengladbach wird an dem weitergearbeitet werden was in Rottach-Egern noch nicht so gelingen wollte. Am Rande des zweiten Testspiels im Trainingslager hat er jedenfalls Preis gegeben was noch gar nicht im Fokus stand: schnelles Umschalten und direktes Gegenpressing. Jetzt wird er zudem kommunizieren müssen welche Spieler keine realistische Chance auf Einsatzzeiten haben werden. Bekannt ist, dass zwei oder drei Spieler den Verein noch verlassen könnten. Hinzustoßen zur Mannschaft wird dagegen mit ziemlicher Sicherheit Marcus Thuram. Nach den beiden freien Tagen für die Spieler wird sich zeigen, wer dem neuen Ansatz folgen wird, und wer nicht.

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