(Vorläufige) Bewertung der Saisonvorbereitung

Der Start in die neue Saison steht kurz bevor. Mit dem Testspielsieg in Venlo wurde ein krönender Abschluss der Saisonvorbereitung gefunden. Doch was kann aus den vergangenen Wochen im Bezug auf den Saisonstart mitgenommen werden?

Corona hat die Bundesliga immer noch fest im Griff, also auch die Borussia. Zunächst durften Fans begrenzt Trainingseinheiten, später auch Testspiele besuchen. Auf ein Trainingslager am Tegernsee wurde frühzeitig verzichtet. Stattdessen zog es die Fohlen, ungewohnt abgeschottet von den Fans, nach Ostwestfalen. Auch auf dem Transfermarkt hielt sich die Borussia trotz Teilnahme an der Champions League zurück. In Hannes Wolf (RB Leipzig) und Valentino Lazaro (Inter Mailand) wurden zwei Spieler mit Kaufoption geliehen. Außergewöhnlich war zudem, dass der Kader im Kern zusammengehalten werden konnte. Sämtliche Leistungsträger bleiben dem Verein treu.

Gewinner der Vorbereitung

Neben den Neuzugängen gab es auch einen Rückkehrer: Jordan Beyer. Der 20-jährige kehrte nach einem halben Jahr beim Hamburger SV an den Niederrhein zurück. Er hinterließ in den Testspielen einen starken Eindruck, um eine ernsthafte Alternative für die Innenverteidigung werden zu können. Florian Neuhaus und Jonas Hofmann zählten ebenfalls zu den eher auffälligen Erscheinungen. Die beiden Mittelfeldspieler knüpften nahtlos an ihre Form aus der Schlussphase der letzten Saison an. Breel Embolo und Lars Stindl war es möglich vollständig beziehungsweise überhaupt vollständig mitzutrainieren, was ihnen in den vergangenen Jahren durch Verletzungen verwährt wurde. Neuzugang Hannes Wolf fügte sich nahtlos ein und bewies in Testspielen seine Klasse.

Einige Nachwuchsspieler haben im Rahmen der Saisonvorbereitung die Chance bekommen sich zu beweisen. Lange wurde Famana Quizera als das heiße Eisen im Fohlenstall gehandelt, inzwischen findet Rocco Reitz große Beachtung. Marco Rose lobte den 18-jährigen mehrfach explizit, sodass die große Hoffnung besteht ihn auch einmal in Bundesliga spielen sehen zu dürfen. Außerdem muss Torben Müsel genannt werden, der sich nach seiner Knie-OP im vergangenen Jahr in einigen Testspielen durchaus überzeugend präsentieren konnte. Dennoch soll von Seiten der Borussia die Bereitschaft bestehen das 21-jährige Talent abzugeben. Insgesamt war es durchaus erfreulich wie viele junge Spieler in die tägliche Trainingsarbeit integriert wurden. Das hat es in der Form so noch nie bei der Borussia gegeben.

Arbeit an Details

Kaum einer denkt daran, aber für Marco Rose wird es unter diesen Bedingungen die zweite Saison als Trainer in der Bundesliga sein. Die Vorbereitung dazu genutzt mit der Mannschaft auf das aufzubauen was im vergangenen Jahr übernommen wurde. Matthias Ginter sprach davon, dass am eigenen Anlaufverhalten und Nachschieben im Detail gearbeitet wurde, auch mit dem Ziel weniger Torschüsse zuzulassen. Aus weiteren Interview klang heraus, dass an der eigenen Flexibilität gearbeitet wurde. Denn es sei allen bewusst, dass die gegnerischen Mannschaften nun anders auf die Borussia reagieren werden. Der Trainer stellte jedoch grundsätzlich klar, dass sich nichts am Ansatz, der Idee vom Fußball, verändern wird: „Von Anfang an habe ich gesagt, dass es ein kompletter Fußball sein soll – mit Ball und gegen den Ball, in beiden Umschaltphasen. Daran arbeiten wir stetig.“ Klar ist auch, dass in diesem Sommer die Basis gesetzt werden muss, weil in der laufenden Saison die Zeit fehlen wird.

Rückschläge

Gleich zum Trainingsauftakt wurde bekannt, dass sich László Bénes in der Sommerpause verletzt hat. Ihm folgten Alassane Plea vor, und Valentino Lazaro nach dem Trainingslager mit einer Muskelverletzung. Dadurch, dass Denis Zakaria und Marcus Thuram erst Wochen vor dem Saisonstart ins Mannschaftstraining einsteigen konnten, standen Marco Rose lange einige Leistungsträger in dieser wichtigen Vorbereitung nicht zur Verfügung. Die Genannten werden während der laufenden Saison einiges aufholen müssen. Sie werden in der Frühphase fehlen oder weniger zum Einsatz kommen. Zumindest werden sie Zeit brauchen ihre Bestform zu erlangen. Spätestens im Oktober sollten sämtliche Kräfte abrufbar sein, denn dann beginnen die intensiven, englischen Wochen.

Abschließende Bewertung im Oktober möglich

In jedem Fall wird die Borussia zum Saisonstart schwer geprüft werden. Am ersten Spieltag steht die Reise nach Dortmund an, wo zuletzt nichts zu holen war. Obwohl in der vergangenen Saison mit mehr Fortune ein Sieg für die Fohlenelf durchaus drin gewesen wäre. Im Oktober wird sich zeigen, wo die Mannschaft steht. Bis dahin wird es keine abschließende Bewertung der Vorbereitung geben können.

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