Die Mannschaft präsentiert sich früh als Einheit

Marco Rose wird nach nahezu jedem Spiel der Borussia über den Stand der Entwicklung der Mannschaft befragt. Es ist offensichtlich, dass noch viel Arbeit ansteht, und dem sind sich auch alle bewusst. Derzeit stehen andere Elemente im Spiel im Vordergrund, wie Einsatz und Laufbereitschaft, Zweikämpfe und Zusammenhalt. Die Spieler sind von dem neuen spielerischen Ansatz überzeugt, das ist auf dem Platz zu erkennen. Es wird sicher noch einige Rückschläge geben, aber derzeit scheint es so, dass sich eine Einheit bildet, die bereit ist diese Entwicklung unter dem neuen Trainer mitzugehen.

Breel Embolo lobt den Zusammenhalt

Breel Embolo legt den Ball auf Florian Neuhaus ab, der mit dem Ball am Fuß ein Stück weit läuft. Der vorauslaufende Alassane Plea nimmt dessen Pass in die Tiefe an, und leitet ihn gleich weiter zum Schweizer Neuzugang. Dieser trifft schließlich zum 3:1-Endstand in Mainz. Es ist nicht nur die Art und Weise wie dieser Treffer erzielt wurde, sondern auch das Verhalten der gesamten Mannschaft, die Marco Rose gefreut haben wird. Auf einmal waren sie da, praktisch alle seine Mitspieler gratulierten ihm zu seinem ersten Tor für die Borussia. „Auf einmal waren da deutlich mehr als die zehn Spieler, die mit dir auf dem Platz stehen und normalerweise mit dir feiern. Das zeigt, was für eine geile Truppe wir sind. Und dass ich richtig gut von der Mannschaft aufgenommen wurde“, so Breel Embolo nach Abpfiff. Das wird dem jungen Schweizer nach der langen Leidenszeit Auftrieb geben.

Einflüsse von Jürgen Klopp

Respekt, Ehrlichkeit und Zusammenhalt, das ist es genau das was der Trainer vorlebt. Es geht eben nicht nur um fußballerische Qualitäten, sondern auch um das Miteinander. Das erinnert stark an die Arbeits- und Herangehensweise von Jürgen Klopp, mit dem Marco Rose als Spieler in die 1. Bundesliga aufstieg. Bis heute besteht zwischen den beiden eine Freundschaft, und daher ist ein Einfluss des Liverpool-Coaches auf die Trainerkarriere seines ehemaligen Schützlings selbsterklärend. Ein Michael Cuisance ist letzten Endes, so ist zu vermuten, nicht zum FC Bayern gewechselt, weil er kein Talent hat, sondern weil er als Mensch nicht mehr in die Mannschaft bzw. zum Trainer gepasst hat. Nico Elvedi dagegen versucht sogar mit einem sich anbahnenden Infekt zu spielen. Kapitän Lars Stindl zeigt beim ersten Auswärtsspiel der Saison ebenfalls Präsenz. Das sind kleine Zeichen, aber die richtigen.

Diese Einheit auf dem Platz ist in der Hinsicht zu spüren, dass keiner aus der Mannschaft heraussticht. Jeder leistet seinen Beitrag zum Erfolg, selbst wenn er nicht besonders auffällt. László Bénes beispielsweise ist die Überraschung in der frühen Phase der Saison. Der Slowake lief bislang die meisten Kilometer. So spielte er unter Dieter Hecking eine untergeordnete Rolle, war immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen und nach Kiel verliehen worden. Denis Zakaria lebt sich durch glückliche Umstände auf der ‚Sechs‘ ein, Stefan Lainer überzeugt mit seinem unbändigen Siegeswillen, und Alassane Plea ist in einer bestechenden Frühform. Die Liste könnte noch länger weitergeführt werden, aber der Punkt ist klar: spielerisch ist sicher noch Luft nach oben, aber die Art und Weise wie das Team grundsätzlich auftritt stimmt.

Erste harte Probe

Am kommenden Freitag wartet die erste harte Probe auf die Elf vom Niederrhein. RB Leipzig wurde in der vergangenen Saison souverän Dritter, hat keinen einzigen Stammspieler abgeben müssen, und haben in Julian Nagelsmann einen aufstrebenden Trainer verpflichten können. Die Borussen werden alles abrufen müssen, um die RB-Offensive um Timo Werner und Yussuf Poulsen stoppen zu können. Es wird sicher wieder kein perfektes Spiel der Fohlenelf werden, aber die Unterstützung der Fans wird es in jedem Fall brauchen. Genauso wie die Mannschaft derzeit wirklich alles versucht, so sollte auch alles von den Rängen aus alles gegeben werden. Marco Rose wollte begeisternden, identitätsstiftenden Fußball anbieten, und so langsam wird einem klar was er damit gemeint haben könnte.

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