Generation FR

Es sind derzeit viele junge Spieler im Kader, die zu überzeugen wissen und diesen neuen Ansatz von Marco Rose annehmen. Die Borussia wandelt sich, und das ist alleine dadurch erkennbar, dass derzeit wenige an Raffael oder Lars Stindl denken. Die Offensive funktioniert weitestgehend ohne die tragenden Säulen der vergangenen Jahre.

Es wird viel französisch gesprochen bei der Borussia. Früher waren es die Belgier, heute sind es die Franzosen und Schweizer. Marcus Thuram ist mit vier Torbeteiligungen innerhalb einer Woche der Mann der Stunde. Der 22-jährige hat Zeit gebraucht, offensichtlich auch eine kurze Auszeit. Seit seiner relativ späten Einwechslung im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf wirkt er wesentlich frischer und selbstbewusster. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Stefan Lainer verbessert sich von Woche zu Woche.

Einen Schritt nach vorne

Auch Denis Zakaria zählt zur französisch sprechenden Fraktion, der seinen Platz im Mittelfeld behauptet. Der ebenfalls 22-jährige hat in dieser Saison die Rolle als Abräumer vor der Abwehr gefunden. Aufgrund seiner Sprintgeschwindigkeit ist er außerdem dazu in der Lage in der Offensive durchzustarten, oder die Absicherung bei eigenen Standards zu geben. Derzeit scheint er auch an seinem Schuss aus der Ferne zu arbeiten, mit dem er bislang weniger bis gar nicht in Erscheinung getreten war.

Alassane Plea beweist wieder seinen Torriecher, ohne dass er auf seinen bekannten „Move“ zurückgreifen müsste. Im vergangenen Jahr hatten es die Gegenspieler irgendwann raus, wo und wann sie den Franzosen stören müssen. Danach traf er nur noch selten das Tor. In dieser Saison wurde sein „Move“ ähnlich stark verteidigt, dafür traf er aber dann aus ganz anderen Situationen. Einmal nach einem Freistoß, und zwei Mal weil er einfach richtig stand. Das gehört auch zu den Qualitäten eines Stürmers.

Der ein oder andere überrascht, und braucht noch Zeit

Breel Embolo kann zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison als Überraschung bezeichnet werden. Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass er so viel Spielzeit bekommen würde. Nach seinen zahlreichen Ausfällen in der Vergangenheit sollte der 22-jährige nämlich behutsam aufgebaut werden. Mit zwei Treffern hat er sich schon einmal zurückgemeldet. In den vergangenen Partien wurde es aber deutlich, dass er noch seine Zeit brauchen wird, um seine Top-Form zu finden. Wenn er aber mit Tempo in den Strafraum stoßen darf, dann kann er seine Qualitäten voll und ganz ausspielen.

Apropos Überraschung, dann muss auch László Bénes genannt werden. Dieser hat sich in einer beeindruckenden Art und Weise unter Marco Rose durchgesetzt. Der Slowake arbeitet und zerreißt sich auf dem Spielfeld, ist gleichzeitig aber auch der kreative Kopf im Mittelfeld. Er tritt die wahrscheinlich besten Standards im Kader. Damit hat er einem Florian Neuhaus etwas voraus, der im neuen System noch seinen Platz zu suchen scheint. Dennoch ist auch er derzeit unersetzbar, weil es an guten Alternativen fehlt. Mit seinem Treffer in Hoffenheim hat er zumindest etwas für sein Selbstbewusst sein getan.

Mehr Quantität statt nur Qualität

Die Abhängigkeit von einem einzelnen Unterschiedsspieler gehört der Vergangenheit an. Im Grunde leistet nun jeder der genannten den gleichen Beitrag zum Erfolg bei. Das Team steht im Fokus, nicht mehr die Aktionen eines einzelnen Spielers, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können. In der Vergangenheit war es vor allem Thorgan Hazard, der im Fokus stand. Unter Marco Rose ist die Auswahl in der Offensive dermaßen groß, dass sich ein Lars Stindl alle Zeit nehmen kann, um vollständig zu genesen – das ist Luxus in Mönchengladbach. Wenn der Kapitän dann zurückkehrt, dann wird er der Mannschaft sicher mehr Ruhe und Stabilität geben können. Das ist wahrscheinlich das einzige was bei dem jungen Gemüse im Angriff derzeit etwas abgeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.